Good bye Europe

So, das war’s.

Wir haben Irland verlassen und es hat unseren Abschied beweint.
Tatsächlich regnete es und wir wurden sogar von einigen Tropfen getroffen als wir auf den Shuttel-Bus warteten, der uns von der Mietwagenstation zum Terminal 2 bringen sollte.

Am Morgen hatten wir unser B&B im Ort Swords in der Nähe des Flughafens verlassen, nicht ohne noch ein letztes Mal ein reichhaltiges Frühstück zu uns genommen zu haben. Sharon, unsere Wirtin, war bei der Zubereitung doch kurz in Stress geraten und flutsch, geriet die zuvor so sehr freundliche Fassade durcheinander und ihre Genervtheit blitzte durch…

B&B in Swords
B&B in Swords

Exakt zwei Stunden vor Abflug standen wir dann an der Schlange für die Schalter von Aer Lingus an und schoben uns langsam, sozusagen rückwärts durch deren Verdauungstrakt, bis wir endlich am Kopf angelangt waren.

Bis wir dann endlich unsere Boardingpässe erhielten, dauerte es dann noch einmal etwa zehn Minuten. Man muss sogar eine Adresse in den USA angeben, unter der man gedenkt zu wohnen. Dann bekamen wir noch eine Zollerklärung für die Einreise in die USA in die Hand gedrückt und wurden losgeschickt.

Nächste Schlange, nun vor der Gepäckkontrolle. Mal wieder alles mögliche ablegen, Notebook, Handy und E-Reader separieren und dann werde ich „zufällig“ für eine Spezial-Sprengstoffuntersuchung ausgewählt. Also Hände vorstrecken, einmal mit Rücken nach oben und einmal mit Rücken nach unten, dann erst rechten Fuß auf einen Schemel stellen, dann linken Fuß und immer mit einem elektronischen Schnüffelgerät abscannen. Dabei war ich doch eben breitbeinig und mit erhobenen Armen in einem Ganzkörperscanner gestanden…

Hoffnungsvoll nach der ersten Schlange...
Hoffnungsvoll nach der ersten Schlange…

Ich bin clean und darf meine Sachen wieder einlesen, das heiß, kurz warten mussten wir dann doch noch. Unser als Handgepäck mitgeschlepptes Zelt erregte Aufmerksamkeit und wurde doppelt untersucht. „Where Do you guys come from?“, werden wir gefragt.
„Germany“.
Komisch -sofort erhalten wir das Zelt und können weiter gehen. Reisen Deutsche immer mit Zelt?

Aber mein Schrittzähler braucht erst gar nicht anzuspringen, denn schon kommt die nächste Schlange.
Am Dubliner Flughafen ist es offenbar so, dass man bereits hier die sonst immer erst bei der Landung in den USA stattfindende Einreiseüberprüfung samt Fingerabdrücke nehmen und Stempel in den Reisepass Drücken  durchläuft.
Hätte ja immerhin den Vorteil, dass man sich bei einer Zurückweisung durch die Beamten 16 Stunden überflüssige Flugzeit sparen würde.
Hat aber im Moment den Nachteil, dass die Schlange sich kaum bewegt und wir eigentlich in 45 Minuten abheben sollen.
Sowieso lassen es sich die Amerikaner nicht nehmen, die Gründlichkeit der Iren noch einmal auf die Probe zu stellen und eine eigene Gepäckkontrolle durchzuführen. Also erneut alle Bildschirmgeräte hervorholen, Gürtel und Schuhe ablegen, Geldbeutel verstauen und die Uhr abnehmen.

Weiter geht’s.
Die nächste Schlange: Die eigentliche Einreisekontrolle.
Erneut vergehen zehn Minuten und  als es dann doch knapp zu werden beginnt, kommt ein US-Boy und sucht die Passagiere nach Chicago heraus. Wir dürfen an der Schlange vorbei zum nächsten freien Schalter. Man muss nur knapp genug dran sein…
Also her mit den Fingerchen, Foto schießen für die Akten, zwei Fragen beantwortet, unser Gepäck  auf Monitoren identifiziert und siehe da -wir haben die Stempel im Pass.

Schnell noch einmal auf die Toilette. Dann Boardingpässe am Gate vorzeigen und:
„Jean, Sie wurden über Zufallsgenerator für eine Spezialbefragung ausgewählt.“
Wie bitte? Julia hat recht -ich sollte heute Lotto spielen!
Also kurz in die Ecke zu einem weiteren US-Boy, der mir eine Frage stellt, die ich nur halb verstehe. Ich stelle mein heutiges Glück auf die Probe und wähle die 50:50 Chance. Ich sage einfach: „Yes“. Er bricht die Spezialbefragung abrupt ab und winkt mich durch. Was war das denn?

Schließlich kommen wir als zwei der letzten Passagiere an Bord. Und das gänzlich ohne dass wir irgendwo getrödelt hätten, ehrlich!

Also, liebe Leser: Solltet Ihr je einen Flug von Dublin in die USA vor Euch haben -zwei Stunden Vorlaufzeit sind verdammt knapp! Und nicht vergessen: Der elektronische Einreiseantrag für die USA muss nichtsdestotrotz allerspätestens 72 Stunden vor Reiseantritt im Internet ausgefüllt werden.

Müssen das die Amerikaner, die Europa besuchen wollen eigentlich auch alles so durchlaufen?
OK, die Frage ist rhetorischer Natur.
Also Amiland, strenge Dich an und beweise uns, dass Du es wert bist!

Irisches Landleben

Eine WochIrland-196e haben wir sie genossen, die irische Einöde, und von den Einöden, die ich so kenne, war es eine besonders hübsche. Unserem Cottage fehlte zwar – gendertechnisch vollkommen unkorrekt – ein wenig die weibliche Hand, aber mit etwas Putzarbeit und leichtem Umstellen der Möbel war es dann doch sehr wohnlich.

 

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Die nächtliche Ruhe störte maximal der schwarze Esel mit den weichen Ohren, die er täglich von mir gekrault bekam. Beim Verfüttern unserer restlichen Möhren am letzten Tag war es dann leider aus mit der großen Eselliebe, ich war wohl an den elektrischen Zaun gekommen, ihn traf der Schlag in die Schnauze, mich in den Arm und wir sprangen beide erschrocken ein großes Stück zurück – danach war er nicht mehr für Schmuseeinheiten zu haben.

Die Tage begannen relativ spät und erst nach einem gemütlichen Kaffee im Bett. Danach ein Frühstück ohne Einsatz von Öl und Pfanne – Haferflocken mit Obst ist einfach viel besser. Und jeden Tag ein schöner Ausflug ins Umland, mal nach Carrick-on-Shannon, das Provinzhauptstädtchen mit dem schnellen Internet und einem Friseur für Eric, mal ins Laugh Rynn Castle für einen schönen Spaziergang und sonnigen Lesenachmittag im wunderbaren „walled garden“ oder in den Norden nach Sligo an der Atlantikküste, einem Surferparadies mit breitem Sandstrand und rauher See.

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Permanent schlechtes Wetter hatten wir zum Glück nicht, meist wechselten sich Nieselregen, graue Suppe und Sonnenschein fast im Stundentakt ab und den Regen gab es eigentlich immer nur dann, wenn wir im Auto oder im Café saßen. Aber so wirklich über 20 Grad hatte es nie, und die kurze Hose durfte nur einmal raus, aber ich verzeih es dem wunderschönen Land mit den saftig grünen Wiesen.

Und dann war ich am letzten Abend tatsächlich zum ersten Mal seit Wochen wieder laufen. Vielleicht gerade so vier, fünf Kilometer und die waren beschwerlich, aber ein Anfang ist gemacht. Und zwei Tage zuvor tatsächlich eine halbe Stunde Yoga. Jetzt hoffe ich doch sehr, dass ich die ganzen guten Vorsätze wenigstens ein bisschen umsetzen kann.

Wir haben uns fast ein wenig heimisch gefühlt, in unserem Cottage und mit wenig Touristen um uns herum. Am ersten Abend hatte unser Vermieter Ray uns mit seinem Auto mit in den nächsten Ort, Mohill, genommen, wo bei 15 Grad das Sommerfest gefeiert wurde. Ein verlassener Rummel mit ein paar Karussels, ein Festzelt, in dem eine Abba-Revival-Band spielte, aber niemand zuhörte, denn die Action ging in einer Seitenstraße ab: Tauziehen!

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Verwegene starke Männer, manche wohl eher wegen der Bierbäuche als Gegengewicht ausgesucht, manche mit sehr beeindruckenden tätowierten Oberarmen, andere eher schmächtig, traten in Fünfergruppen gegeneinander an. Nach dem ersten Durchgang wurden die Seiten getauscht, gleiche Bedingungen für alle, und wer nach dem zweIrland-164iten oder weiteren Durchgang die meisten Siege verzeichnen konnte, kam eine Runde weiter. Manche Teams brachten Trainer mit, eine energische Hausfrau, ein rotgesichtiger Experte, die während des Matches Anweisungen wie „tow!“ oder „hold!“ brüllten. Wenn man sie hören konnte, denn drumherum standen die Dorfbewohner, und wir natürlich auch, und feuerten die Jungs an, mit allem, was die Kehle hergab. Und mancher nutzte das Getümmel, um einem der Zieher unauffällig einen Fuß als weitere Abstoßmöglichkeit hinzustellen.
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Die Schiedsrichter, natürlich in Anzügen mit Krawatten, versuchten, alles genau zu beobachten und den Sieg einer Mannschaft erst dann zu verkünden, wenn alle wichtigen Personen ihre Zustimmung gegeben hatten. Sehr sehr irisch, das Ganze, und wir waren weit und breit die einzigen Ausländer. So haben wir jetzt zwar den Ring of Kerry, Limerick und Cork nicht besucht, dafür aber einen ganz kleinen Einblick ins Everyday Life bekommen.

Und jetzt liegt die Insel schon weit hinter uns und in zwei Stunden landen wir in Chicago. Aer Lingus gibt uns noch ein letztes kleines Irland-Feeling, aber bald erobern wir Amerika!

Of pies and men…

Unser größtes Hobby ist das Reisen, aber gleich danach kommt Essen. Eigentlich versuchen wir immer, möglichst beides zu verbinden. Jetzt, da die Tage auf den britischen und irischen Inseln gezählt sind, soll es auch mal um die Gaumengenüsse gehen. Zumal sie sich kulinarisch gar nicht so voneinander unterscheiden, die Briten und die Iren.

Wir essen gerne in Pubs. Erstmal landen wir sowieso abends dort, denn ein Pint pro Tag muss sein. Dann sind die Essen dort vergleichsweise günstig. Und wir wollen ja landestypisch essen. Die raffinierte Küche gibt es und sie ist sicherlich klasse, Jamie Oliver, mein großer Favorit Gordon Ramsay und die Speisekarten vieler ambitionierter Restaurants lassen es ja vermuten. Aber wir wollen es bodenständig, wir sind einfach nicht lange genug hier, um von der Hausmannskost genug zu kriegen.

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Der Vegetarierin wird es hier wie dort schwer gemacht, aber ich habe mich auch schnell
geschlagen gegeben. Besonders dann, wenn Bangers and Mash auf der Karte steht und das tut es eigentlich in jedem guten Pub. Würstchen – und die meistens von einem besonders guten Metzger aus dem jeweiligen Ort – und Kartoffelbrei, dazu eine dunkle Soße, hmmm…

 

Auch bei Steak and Ale Pie (in Irland entsprechend mit Guinness zubereitet), einem Rinderragout in dunklem Bier unter einer Blätterteighaube geschmort, werde ich schwach. Und dann natürlich Cottage Pie, Hackfleischsoße mit Kartoffelbrei überbacken, da werden Kinderträume lebendig. Die irische Version besteht manchmal aus Lammhack, noch besser. Wie wär’s mal mit dem Rezept von Gordon Ramsay?

Dazu in England meist Erbsen (nicht die ekligen kleinen grauen aus dem Glas, sondern die leckeren großen knallgrünen aus der Tiefkühltruhe), in Irland eher nicht, dafür aber bei beiden fast immer noch mit Chips, dick geschnittenen Pommes, die sie sich nur dann sparen, wenn sowieso schon Kartoffelbrei auf dem Teller liegt. Nicht mal Lasagne verschonen sie, Chips müssen einfach dabei sein, und können gerne auch mit „Sauce“ übergossen werden, Ketchup, Mayo, Malt Vinegar und Brown Sauce (Essig, pürierte Datteln und weiteres, wir haben uns darauf beschränkt, lediglich die Zutatenliste zu studieren) stehen auf jedem Tisch bereit. Ach, und Fish and Chips nicht zu vergessen, meist megalecker. In Irland wird noch Irish Stew angeboten, ein weiteres würziges Ragout, und Cabbage and Bacon, nö, so bodenständig war ich dann doch nicht. Auffällig ist, wie sehr die Briten, aber besonders die Iren auf die Regionalität ihrer Produkte setzen. Stolz wird bei jedem Burger betont, dass er aus 100% Irish Beef besteht. Aber, die Vegetarier sind doch auf dem Vormarsch, selbst in Pubs kann man ab und an zwischen Lasagne mit und ohne Fleisch wählen und in Doolie an der westirischen Küste bekam ich ein hervorragendes vegetarisches Chili mit leichter Koriandernote.

Was mich sehr für die irische Küche einnimmt, ist das Soda Bread. Ein fluffiges Brot, meist aus Vollkornmehl, Natron und Buttermilch. Für mich als Gegnerin von weißem Brot und Brötchen ist das ziemlich nah dran an unserem Vollkornbrot und doch so speziell, dass ich unbedingt später mal zuhause probieren will, ob ich es hinbekomme. Sollte jemand Lust haben, es zu versuchen, dieses Rezept könnte ich mir gut vorstellen.

Die Nachtische haben wir diesmal eher außen vorgelassen, meist waren wir nach den Kartoffelorgien viiiel zu satt und haben es bei ein paar McVities (unsere Lieblingskekse) am späteren Abend belassen. So sind uns sicherlich ein paar köstliche Crumbles entgangen. Jetzt, wo wir unser kleines Ferienhaus haben und abends selber kochen, ist noch ein wenig Platz in der Nachtischfalte und diese lässt sich wunderbar mit „West Cork Toffee and Caramel Yoghurt“ füllen. Eine cremige Kreuzung aus Joghurt und Quark mit himmlischem Karamell-Geschmack und winzigen Toffee-Stückchen, die innen flüssig sind. Oooooh…..

Vielleicht noch ein paar Worte zum englischen bzw. irischen Frühstück. Das Dinge serviert werden, die bei uns noch nicht mal auf dem Brunchbuffet landen würden, ist ja bekannt. Aber man wird immer freundlich gefragt, ob ein „cooked breakfast“ gewünscht wird und da darf man gerne auf die Sausages oder den Bacon verzichten, ohne unangenehm aufzufallen. Nur bei den Eiern machen vor allem die Iren keine Kompromisse: groß müssen sie sein, die Portionen. In der Hoffnung auf eine übersichtliche Menge bestellte ich in Lisdoonvarna „Scrambled Eggs on Toast“. Was Minuten später kam, war ein Rühreiberg, der eine Toastscheibe unter sich verschlungen hatte. Auch mit Erics Hilfe ließ sich das Ganze kaum zur Hälfte bewältigen. Der indische Restaurantchef, der von Tisch zu Tisch schritt, um gute Laune zu verbreiten (und der uns sehr an den Hotelbesitzer des „Best Exotic Marigold Hotel“ erinnerte) antwortete auf meine Frage, wie viele Eier da drin seien, mit „Plenty“. Ich hatte „Twenty“ verstanden und war nicht sonderlich überrascht.

Die großen Portionen haben aber auch ihr gutes: bis nachmittags sind wir satt. Just zur besten Kuchenzeit melden sich unsere Mägen. Und es gibt viele kleine Kuchenparadiese links und rechts der irischen See. Leichten Biskuitteig mit Früchten und Joghurtcreme kennt man hier nicht – Mürbeteig mit extra viel guter irischer Butter, darauf Karamell, Nüsse, Schokolade und wenn Früchte, d nn mit Butter und Zucker eingekocht, müssen es sein. Caramel Shortbread, Rocky Road (Schokolade-Schnitten mit Keksstücken und Marshmellows), Apple Tart, Blätterteig-Teilchen mit Pecannüssen und Sirup – hmmmmm.

 

Und heute haben wir uns dann endlich einen High Tea gegönnt, stilvoll in der Bibliothek von Lough Rynn Castle,Afternoon Tee-1

mit Gurkensandwiches, Scones und vielen anderen kleinen Schweinereien. Wunderbar!

Afternoon Tee-2In Amerika gibts dann nur noch Äpfel. Die sind ja eh für ihre gesunde Küche bekannt…

Outernet

Ja, es stimmt -wir wussten, dass das Cottage in einer abgelegenen Gegend liegt.
Und wir wollen die Abgeschiedenheit ja auch dazu nutzen, einmal die Pausetaste zu drücken und endlich wieder zu erleben, was Langeweile ist.
Zugegeben: eine Woche ist für dieses Unterfangen etwas knapp kalkuliert.
Aber ich muss gestehen, ich bin süchtig und fühle mich wie auf Entzug!
Dachte ich bisher immer, es wäre die Shisha, die mir meinen Willen nimmt, so darf ich diesbezüglich Entwarnung melden. Seit 18 Tagen hänge ich nun nicht mehr am Schlauch und, Ihr werdet es kaum glauben, vermisse es auch nicht. Es war gar kein Problem davon loszukommen. Ein Erfolg auf ganzer Linie!!

Aber zurück zum Cottage.
Es liegt im Nichts.
Zumindest hat es keine Adresse. Den Weg dahin haben wir nur dank modernster Technik gefunden und auch das nur aufgrund der Tatsache, dass Ray, unser Vermieter, in der Bestätigungsmail die Koordinaten für sein Domizil angegeben hatte:
Sat Nav Co-ordinates
N 53.87786
W 7.86741
Es liegt in einer Seenlandschaft in der der Untergrund oft moorig ist. Torf wird abgebaut. Es gibt eigentlich vor allem Weiden und auf denen stehen in erster Linie ein paar Esel herum. So auch bei unserem Ferienhäuschen. Es gibt hier Ray, um die 30 und Junggeselle, einen Hund, der nicht aus seinem Zwinger soll, eine wild gewordene Kuh, die dafür zum Metzger muss, und einen Esel, der jeden Morgen von Julia mit Streicheleinheiten begrüßt wird.
Das war’s.
Ach ja -und dann sollte es Internet geben…
Gibt es aber nicht.
Es gibt hier nur Outernet!!!
Mann ist hier nie wirklich drin im weltweiten Netz, sondern eigentlich eher draußen und so laufe ich nicht nur wie ein Wünschelrutengänger durch das Cottage, um im letzten Winkel der Küche etwas WLAN-Empfang zu erHASCHen. Nein, meine Sucht wird auch dann noch bestraft, wenn ich zwar im Funknetz bin, aber keine Seite unter einer Wartezeit von gefühlt fünf Stunden geöffnet wird. Wenn überhaupt…

Wo ist das Netz???
Wo ist das Netz???

Gestern brachte mich Julia in die Notaufnahme und gönnte mir einen Schuss SPEED -wir fuhren 15 Kilometer in eine größere Ortschaft, Carrick on Shannon, und setzten uns in ein Café mit freiem Internetzugang…
Aaaaaah! Tat das gut!
😉

Don’t take the good weather with you…

… ermahnt uns der irische Gentleman als wir vor unserem Hotel in Dublin die Rucksäcke ins Taxi laden. Doch! Aber wir lassen es wenigstens in Irland. Es geht erst zum Flughafen und dort mit unserem lilafarbenen Flitzer Richtung Westen, zu den Cliffs of Moher. Eric fährt mittlerweile souverän links, aber die Straßen werden enger – und enger – und ganz eng. Da wird uns klar, warum die Autos hier alle an den Seiten so verkratzt sind. Ab in die Botanik, sobald Gegenverkehr sichtbar wird. Aber irgendwann erreichen wir unbeschadet Lisdoonvarna und beziehen das Hydro Hotel, ein Prachtbau aus dem 19. Jahrhundert, und es wäre alles wie ein perfekter irischer Landsitz, wenn nicht so viele Deutsche da wären und wir schon an der Rezeption auf bayrisch begrüßt würden.

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Am nächsten Morgen starten wir für unsere Verhältnisse recht früh Richtung Küste und parken das Auto in Doolin. Von dort geht’s erst mal nach Norden, vorbei am Pier, an dem die Schiffe zu den Aran Inseln ablegen.

Das Wetter ist natürlich wunderbar – haben wir ja auch mitgebracht – wenn auch ein bisschen windig. Das tiefblaue Meer produziert beeindruckende Wellen, die an die Steilküste donnern. Grüne Wiesen, Schafe und Kühe, Meer und Cliffs – Irland-Klischee pur. Aber so ist es wirklich! Schaut selber:

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Ein sehr schöner Tag!

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Is das n Bier, oder was?

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Guinness?

Das braune Zeug, auf das die Frauen so steh’n, weil es so smoooooooth ist?
OK, der Schaum hat ja was. Aber es ist doch irgendwie vom Prickelerlebnis her wie das Wasser, das beim Fensterputzen den Abzieher herunterläuft.
Na gut. Dann gehen wir halt in diese Brauerei.

Aber zuvor wird erst einmal durch die Gegend gelaufen. Einfach mal drauf los. Unser Hotel Irland-36befindet sich ja relativ weit im Süden der Stadt und so bietet sich genügend Gelegenheit, auf die von meinem neuen, mir von den Ex-Kollegen geschenkten elektronischen Schrittzähler vorgegebene Anzahl an Steps zu kommen. „12.600 Schritte sollst Du tun, Eric“, sagt sie mir. Zurzeit ist das Erreichen dieser Vorgaben ein Kinderspiel! Als ich noch im Büro saß, da war es schon problematisch, auf die damaligen 8.000 zu kommen. Heute sind es locker zwischen 20.000 und 30.000 Schritte.
Die Methode, ungeplant loszuspazieren, sie ist doch immer wieder erstaunlich effizient. Irgendwie schaffen wir es doch, die wichtigen Dinge rein intuitiv aufzuspüren.
Als allererstes rangiert hier natürlich das Geburtshaus von George Bernhard:

Das ist das Haus vom...
Das ist das Haus vom…
nicht Nikolaus, sondern von Shaw.
nicht Nikolaus, sondern von Shaw.

Da erinnere ich mich doch sofort an eine Anekdote aus meinem langen Leben.
Als ich etwa 14 oder so war, da nahm mich meine Mutter mit auf eine Schmuckmesse nach München. Wir blieben dort zwei Nächte. Irgendwie war ich schon damals geprägt von antimünchner Ressentiments, die nicht zuletzt durch eben meine Mutter gepflegt wurden. Denn schließlich „haben diese undankbaren Münchner ihre schön aufgebaute Stadt ja nur den finanziellen Großzügigkeiten der armen Schwaben zu verdanken.“ Sic est!
Na ja, jedenfalls holten wir uns zurück, was unser war, auch wenn wir dafür schon wieder bezahlen mussten: Wir gingen ins Schauspiel.
Und gegeben wurde: Pygmalion! Und als wäre dies nicht genug, waren die Hauptrollen besetzt von, Ihr glaubt es nicht, Eric Ode und –USCHI GLAS!!!
Ich fand’s toll 🙂 -OK, ich war sehr jung.


STOP
Genau der richtige Zeitpunkt für eine kleine Frage:
Wer war Pygmalion?
Ein kleinwüchsiger Mann?
Nein! Ein griechischer Künstler (für Janni: Πυγμαλίων), der, so sagt es uns Wiki, frustriert war von den Propoetiden (schaut selber nach 🙂 ) und sich dann von der Frauenwelt abwendete.
Er, ganz Grieche und Künstler, schuf sich seine perfekte Frau dann einfach selber. Dumm nur, dass sie aus Stein war… Aber wozu gibt es Götter? Einmal ordentlich gefleht, und zack, da steht die Braut nicht mehr nur kalt in der Ecke herum, sondern ist plötzlich aus Fleisch und Blut.
Toller Trick irgendwie.
-Wer hätte es gewusst? Hm??


Als wir uns endlich loseisen konnten, ging es weiter, vorbei an bunten Türen und bunten Bäumen (???),
Irland-47Irland-42und, schwupp, standen wir vor der St Patricks Kathedrale. Der Patrick, der  für alle Iren einmal im Jahr für das Tragen riesiger grüner Zylinder und ein ordentliches Besäufnis herhalten muss.
Feiern, das können die hier irgendwie schon. Seltsam eigentlich, nachdem das Schicksal, oder eher die Engländer, es mit den Iren in der Vergangenheit eher weniger gut gemeint hat. So viele verhungerten und die Engländer schauten nicht nur zu, sondern hatten wohl eher nichts dagegen…

Das sind keine Wolken! Nur Lichtreflexe!
Das sind keine Wolken! Nur Lichtreflexe!

Dann kam der schwierigste Part der heute zu erledigenden Aufgaben.
L U N C H ! !
Waren wir gestern daran kläglich gescheitert, so durfte das heute nicht wieder geschehen. Aber das Schicksal war gnädig mit uns! Nicht nur, dass den ganzen, wirklich den ganzen Tag kein Wölkchen am Himmel zu sehen war (Ja Petra, es gibt ihn -den blauen Himmel über Irland!!), stießen wir doch kurz vor Guinness auf einen netten Pub, der uns sowohl seitens der Belegschaft, als auch von den Besuchern her, sehr, sehr jung erscheinen ließ.
Aber nun mal ganz ohne Ironie: Es war da lecker!
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Und nun ging es also endlich weiter zu

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Um es vorwegzunehmen: Man kann nicht wirklich in die Brauerei gehen und es ist schweineteuer. Der Eintritt beträgt vor Ort 18 Euro pro Kopf und was man zu sehen bekommt, das gleicht dann doch eher einem Disneybild dessen, wie es in einer Brauerei ausschaut. Es gab jede Menge Animation, so zum Beispiel, wie Gerste gemahlen wird. Das hätte man ja vielleicht auch live vorführen können.

Scheint wichtig: Wasser.
Scheint wichtig: Wasser
Probiererle
Probiererle
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Ab in die Bar

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Aber wir beide sind nicht ganz abgeneigt gegen Disney und die Show, also war es ganz nett und wir verbrachten dort bestimmt zweieinhalb Stunden.
Wenigstens war im Eintritt dann ein Pint des Gebräus inklusive. Das durfte man dann über den Irland-66Dächern Dublins in einer 360°-Bar zu sich nehmen und hatte dabei einen schönen Blick. Und ich muss gestehen: Interessanter als beim deutschen Bier, wenn es schon nicht besser schmeckt, ist es zuzusehen, wie ein Guinness gezapft wird. Es ist wie eine Explosion im Glas!

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In Dublin’s fair city…

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Der erste Eindruck bestätigt sich: Dublin ist eine tolle Stadt! Wir wohnen etwas außerhalb, ein netter Spaziergang in die Stadt, vorbei an vielen kleinen Geschäften und Restaurants. Das Hotel ist klasse – allerdings erst, seit Eric uns vom vorgesehenen Kellerzimmer in den ersten Stock umbuchen konnte – zum Glück stank es im ersten Raum nach Rauch, so dass wir einen nachvollziehbaren Grund für eine freundliche Beschwerde hatten und den tristen Ausblick auf eine Gartenmauer gegen einen Blick über die Dächer der Nachbarschaft tauschen konnten. Nach einem Pub-Abend mit ersten Guinness zogen wir gestern recht früh los, um die Stadt zu erkunden. Zehn Stunden streiften wir durch die historischen und modernen Viertel, sahen

Trinity College Irland-8,

Dublin Castle

Dublin Castle

und die Docklands

Irland-25den großen Stadtpark und natürlich die Fußgängerzonen mit (lauten!) Straßenmusikern an jeder Ecke Irland-33und Ausflügen in die irische Küche. Vor und nach der kleinen Stärkung…

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Abgelegt

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Punkt 13:50 Uhr verlässt die Fähre den Hafen von Holyhead im nordwestlichen Zipfel von Wales.
Es ist ein großes Schiff, das uns da über die Irische See nach Dublin transportiert. Da wir unseren Mietwagen im Hafen abgegeben haben, sind wir als Passagiere zu Fuß auf diesem Kahn und fuhren nach dem Check-In, der beinahe wie auf einem Flughafen erfolgte, mit einem Bus zur Ablegestelle. Anders als ich es gedacht hätte, entließ uns der Bus dann aber nicht vor dem Schiff, sondern fuhr in dessen leeren Bauch hinein. Selbst der Bus wirkte darin verloren.

Irland hinter uns
Irland hinter uns

Wir waren fast die ersten, die an Bord gingen und so konnten wir uns einen Platz direkt am Fenster im Restaurantbereich aussuchen.
Und nun gleiten wir über das modrig-grün wabernde Meer hinweg. Julia ist an Deck, da sie die Action miterleben möchte. Ich habe dazu keine Lust und setze mich lieber dem Gekreische der Süßen Kleinen aus. Das heißt, ganz ertragen kann ich das nicht und so habe ich Ohrstöpsel, die mir Musik über den Klangteppich legen.

Heute Morgen waren wir lange vor dem Wecker wach geworden. Es ist ja doch schon immer eine gewisse Aufregung mit dabei, wenn es am nächsten Tag weiter gehen soll, zumal wenn wir das Land wechseln. So richtig entspannt sind wir noch nicht, aber das ist ja auch kein Wunder –wir sind gerade einmal eine Woche unterwegs und vermutlich noch immer eher in einem Modus, der uns so verhalten lässt, als wäre dies ein gewöhnlicher Urlaub von drei Wochen. Und da heißt es ja, immer weiter und planen, planen, planen. Aber eigentlich wollen wir ja genau das reduzieren und uns treiben lassen. Wir werden das schon noch lernen.

Nach einem Kaffee im Bett packten wir unsere Rucksäcke und gingen dann zum Frühstücken nach unten. Die Wirtin hatte uns wieder das doch sehr umfangreiche Frühstück mit Rühreiern, Pilzen, Tomaten und Unmengen Speck zubereitet. Tags zuvor hatte ich aus ihrer Verwunderung gelernt, dass die Briten offenbar noch vor diesem deftigen Gang ihr Cerealienfrühstück zu sich nahmen. Sie war amüsiert, dass ich dies erst nach dem Speck zu mir nehmen wollte. Aber, sie hat dazu gelernt und so beachtete sie diese Reihenfolge heute von ganz alleine.
Eigentlich ist das am Morgen alles viel zu viel, zumal daneben auch noch Toast und Marmelade gereicht werden. Aber andererseits führt es dazu, dass wir für den Rest des Tages tatsächlich fast nichts anderes mehr brauchen. Auch ganz gut im teuren Britannien. Gesättigt beluden wir das Auto, bezahlten die 120,00 Pfund in bar und fuhren los.
Die Fahrt zum Fährhafen sollte ungefähr zwei Stunden dauern und führte uns noch tiefer in den Nationalpark des Snowdon hinein. Auch wenn die Landschaft dort nicht wirklich hoch liegt, so ist es doch erstaunlich, wie mit einem Male plötzlich das Wetter wechselt und es stürmisch aus dem wolkenverhangenen Himmel, der sich in greifbarer Nähe befindet, der Regen durch den Wind angepeitscht auf den kargen Boden prasselt.

am Snowdon stürmt es
am Snowdon stürmt es

Es ist in der Tat so, als ob man sich auf dreitausend Meter Höhe befände. Unterstützt wird dies auch dadurch, dass hier weit und breit kein Baum steht, was aber vielleicht ja doch eher dadurch kommt, dass auch hier überall die Schafe weiden und alles wegfressen, was sich gerade einmal einen Zentimeter aus der Erde wagt.
So plötzlich wie die Gegend unwirtlich wurde, so schnell wird sie wieder freundlich nach nur wenigen Kilometern Fahrt und schon ist man wieder im immergrünen Wales angelangt.

Nun steuern wir allerdings schon kräftig auf Irland zu und werden demnächst in Dublin landen. Während es auf der Überfahrt eigentlich fast die ganze Zeit über nur leicht bewölkten Himmel hatte, begrüßt uns die irische Küste so, wie sie mich vor ziemlich genau 30 Jahren verabschiedet hat, nämlich so:
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Llanuwchllyn

Gestern, am 09.08.2015, waren wir nach einem gemütlichen Morgen zu einer Wanderung aufgebrochen. Das Farmhaus in dem wir untergebracht waren, lag etwas abgelegen nahe der Ortschaft Llanuwchllyn am südlichen Ende des Sees von Bala.

Der See von Bala
Der See von Bala

Die meisten der walisischen Ortsnamen erscheinen in der Tat unaussprechbar und sind vor allem eine Abfolge von Konsonanten.
Im Pub von Llanuwchllyn hatten wir am Abend zuvor ein Ale und einen Cider getrunken und waren dabei mit einem 58 jährigen Mann aus London ins Gespräch gekommen. Dies geschieht hier wirklich sehr zwanglos und mit großer Zuverlässigkeit ohne großes eigenes Zutun.
Er war hier in diese Gegend gefahren, um sich über Campingplätze zu informieren. Er sei Landschaftsgärtner und müsse sich für seinen bevorstehenden Ruhestand (?) nach einer weiteren Betätigung umsehen. So kam er darauf, einen Platz für Mobile Homes zu kaufen, den er dann sieben Monate im Jahr bewirtschaften würde und den Rest der Zeit für sein Skifahrhobby nutzen könne. Er ist nebenbei auch noch Skilehrer in Österreich und der Schweiz.
Es war ein sehr nettes Gespräch, in dem er auch noch seine USA-Tipps mit uns teilte. Die waren dann allerdings doch sehr geprägt von dem ihm eher unangenehm offenen Schwulenleben in San Francisco. Ich kann mir vorstellen, dass er da mit Kurzhaarschnitt und Schnauzer öfter mal als Gleichgesinnter angesprochen wurde…

Als Ziel für die heutige Tour hatten wir Cwm Cynllwyd auserkoren, einen von unserer Wirtin empfohlen Hügel in der Nachbarschaft. Wir mussten nur ein Stückchen auf der ohnehin nur wenig befahrenen Straße zurücklegen und konnten dann an der alten Steinbrücke links auf einen Feldweg einbiegen.

der Größte
der Größte

Hierzu muss man immer entweder Gatter öffnen (und natürlich wieder schließen) oder mit Hilfe von Holzleitern die Zäune übersteigen. Der Anfangs noch geteerte Weg war voll von Schafskot, denn rechts, links, hinter und vor uns waren überall Schafe, die hier ein doch sehr glückliches Leben leben können.

Auf der grünen Wiese! Hurz!
Auf der grünen Wiese! Hurrrrrz!

 

 

 

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Gleich gab es den ersten Anstieg, der uns auf die erste Kuppe des Hügels führte. Hier kam dann ein erster kleiner Regen auf uns herunter, doch waren wir sehr schnell wieder trocken.
Weiter ging es stetig bergauf über von Schafen kahl gefressenes Heideland. Leider mussten wir dann sehr bald feststellen, dass unser Schuhwerk, das sich noch am Coastal Walk so hervorragend bewährt hatte, hier doch sehr versagte. Denn sehr schnell gerieten wir auf feuchten Untergrund, der von Moos bewachsen war. Die leichten Nike Air unternahmen noch nicht einmal den Versuch hier irgendwie wasserabweisend zu wirken. Tänzelten wir anfangs noch umher, um einen möglichst trockenen Pfad zu finden, so gaben wir das doch sehr schnell auf und schritten nach dem Motto „Jetzt ist es grad egal!“ voran. In kürzester Zeit gab es den so typischen Quietschlaut eines mit Wasser vollgesogenen Schuhs mit jedem Schritt.
Dann, je höher wir kamen, zog es plötzlich komplett zu und wir hatten Mühe den Weg zu erkennen, den wir gekommen waren.

(Fast-)Gipfelbild
(Fast-)Gipfelbild

Kurz vor dem Gipfel ließen wir Vernunft walten und begannen mit dem Abstieg. Nass wurden wir nun auch von oben. Als wir dann aber endlich aus den Wolken heraus waren, legten wir eine kleine Pause ein und nahmen ein verdientes Vesper zu uns.
Am Ende waren wir zwar nur acht Kilometer gegangen, doch die hatten es durch die Umstände tatsächlich in sich.
Arg viel mehr konnten wir dann an diesem Abend auch gar nicht mehr unternehmen, da wir einfach müde waren. Es reichte gerade noch, um gegen neun nach Bala zu fahren und dort das Geld abzuheben, mit dem wir die Übernachtungen bezahlen würden. Ein kleiner Abstecher noch in den Supermarkt, in dem ich mir zwei Tütensuppen und je eine Flasche Cider für uns mitnahm. So endete der Tag mit Cider und Nudelsuppe im Bett.