Auf nach Mauritius!

Und jetzt heißt es Abschiednehmen. Wieder einmal und diesmal wird es besonders schwierig. Es waren sechs Wochen auf diesen wunderschönen Inseln und ich habe bei weitem noch nicht alles gesehen. Aber es muss ja auch noch was übrig bleiben für das nächste Mal :-

Dass ich mein Herz voll und ganz an Rodrigues verloren habe, habt ihr ja wahrscheinlich gemerkt. Aber auch Mauritius ist einfach einmalig, es gibt so viel zu sehen und zu tun, das wunderbare Meer und die Traumstrände, die sattgrünen Zuckerrohrfelder, tolle Museen und der bunte Völkermix – alles Gründe, unbedingt mal herzukommen.

Bevor ich nach Maurtius kam hatte ich die Vorstellung einer mondänen Trauminsel mit luxuriösen Anlagen, die dem Nicht-Pauschalreisenden mit normaler Urlaubskasse verschlossen bleiben. Als ich diesen unschlagbar günstigen Flug von Malaysia nach Mauritius fand, fing ich an, mich über Hotelpreise zu informieren und siehe da – hier gibt es so ziemlich alles, von der einfachen Herberge für 15 Euro bis zum Luxusbungalow für 1500 Euro die Nacht. Mauritius ist sehr erschwinglich und hat ein Riesenangebot an Ferienwohnungen und Villen. Die Märkte quellen über vor frischem Obst und Gemüse, frischen Fisch kriegt man direkt vom Boot und die Supermärkte sind erstaunlich gut bestückt. Mit Französisch kommt man perfekt durch, mit Englisch sehr gut, ich habe mich immer sehr sicher gefühlt und hygienisch ist hier alles unbedenklich. Also, wie wäre es mal mit einem Urlaub auf Mauritius?

Die Insel ist überschaubar, aber trotzdem stellt sich natürlich die Frage, wo man sein Lager aufschlagen soll. An verschiedenen Stellen, wäre mein Tipp, vorallem, wenn man öffentliche Verkehrsmittel nutzen möchte. Mahébourg bietet sich für den Anfang an, hier ist er Flughafen, es geht entspannt zu und trotzdem hat man die Traumstrände von Blue Bay und Pointe D’Esny (mein eindeutiger Favorit) gleich um die Ecke. Die Ostküste von Mauritius ist deutlich weniger touristisch als der Norden und Westen, und ein paar Tage in Trou d’eau douce im Osten, von wo aus man die atemberaubend schöne Insel Ile aux cerfs erreichen kann, sind sicherlich kein Fehler. Pamplemousses im Inselinneren mit seinem wunderbaren botanischen Garten und dem tollen Zuckermuseum ist besonders gut vom Westen oder Norden aus zu erreichen. Einen großen Bogen würde ich um die Touristenhochburg Grand Baie machen. So grand ist die Bucht nicht, dafür aber vollgebaut und teuer. Für einen Abstecher in den Westen empfiehlt sich Trou aux biche, der Strand ist hübsch, schöne Tagesausflüge, zum Beispiel ans pittoreske Cap Malheureux im Nordensind mit dem Bus schnell gemacht. Und: hier gibt es die schönen Sonnenuntergänge am Strand, die einem im Osten verwehrt bleiben.

Die Hauptstadt Port Louis sollte man sich angucken, vor allem die schöne Markthalle, die charmant bröckelnde Chinatown, das Weltkulturerbe Aapravasi Ghat und das reizende Postmuseum. Wer will, kann sich die blaue Mauritius für einen heftigen Eintrittspreis im Pennymuseum auch im Original anschauen. Ich hab’s gelassen und wurde von meinem Wirt mit einem „Well done“ dafür bedacht.

Der Südwesten lockt mit dem entspannten Surferörtchen Tamarin und bei „Chez Jacques“ paart sich ein großartiges Backpackerfeeling mit exzellenter Küche. Die Salinen sind sehenswert und das dort gewonnene Fleur du Sel hervorragend.

Wer es etwas mondäner möchte, geht ins benachbarte La Preneuse, von dort aus starten auch die Delfintouren. Jeden Morgen kommt ein großer Schwarm in die Bucht und scheint sich in keiner Weise daran zu stören, dass sofort eine Armada von Booten mit verzückten Touristen herbeieilt. Das besondere hier ist, dass man von den Booten aus ins Wasser springen und mit den Tieren schwimmen kann. Es ist nur eine kurze Zeit, denn die Delfine sind schnell, aber lang genug, um diesen magischen Moment voll auszukosten. Die Tourveranstalter achten auch einigermaßen darauf, dass nicht zu viele Leute gleichzeitig im Wasser sind.  Zwei mal springe ich hinein, schwimme kurz mit ihnen an der Oberfläche, sie sind drei, vier Meter weg von mir, dann tauchen sie ab und ich sehe sie unter mir im tiefblauen Wasser. Wirklich ein schönes Erlebnis, trotz der vielen Boote und delfinhungrigen Menschen.

In La Preneuse gibt es ein weiteres reizendes kleines Museum in einem ehemaligen britischen Befestigungsturm, dem Martello Tower. Eine private Initiative hat den Turm instand gesetzt und man bekommt einen tollen Eindruck von der Zeit, als die Eroberer über’s Meer kamen.

Von Tamarin aus kann man ewig am Strand Richtung Norden laufen, ein schöner Strand reiht sich an den nächsten. Das exklusive Wolmar hat wahrscheinlich den schönsten und das nette an Mauritius ist, dass zwar die Hotelanlagen den betuchten Gästen vorbehalten sind, nicht aber die Strände davor. Ob man jetzt 15 oder 1500 Euro pro Nacht zahlt – liegen tut man am selben Strand. Ich spicke dann doch mal kurz in eine der Nobelanlagen – man muss einigermaßen selbstverständlich auftreten und eine existente Zimmernummer parat haben, die man den Sicherheitsleuten nennen kann, dann ist ein kurzer Spaziergang kein Problem. Das Maradiva Villas Resort and Spa ist ein absoluter Traum – aber nie im Leben würde ich dafür 1000 Euro die Nacht hinlegen. Acht Stunden geschlafen und schon sind über 300 Euro weg – nö!

Weiter oben kommt dann Flic en Flac, eine weitere Touristenhochburg und für mich einer der unangenehmsten Plätze auf Mauritius. Ich kann gar nicht sagen, was ich so negativ an dem Ort mit dem netten Namen finde, die wilde Bebauung, die partyversprechenden Restaurants? Jedenfalls ist man hier vom Zauber der Insel am weitesten entfernt, trotz langem Sandstrand und schöner Lagune.

Um den Süden richtig zu genießen, sollte man sich ein Auto mieten, was ich nicht getan habe. Die Küste ist spektakulär, das Inland sicher auch, aber hier wird es schwieriger mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Wenn man mobil ist, dann ist La Gaulette ein toller Ort und die Marisa Residences ein weiterer Ort, an dem man sich unglaublich wohl und willkommen fühlen kann. Drei herrlich entspannte Tage habe ich an dem traumhaften Pool verbracht und im wohl bequemsten Bett meiner Reise geschlafen. Die Besitzerin Helen lebt in England, wir standen aber die ganze Zeit über per WhatsApp in Kontakt, herzliche Fernbetreuung und die Zimmer fühlen sich auch ein wenig wie ein sehr gemütliches britisches Bed and Breakfast an.

Gris Gris im Süden darf ich nicht vergessen mit dem wilden Meer. Das Busfahren durch die Zuckerrohrfelder. Den kleinen Markt von Mahebourg mit leckeren Rotis, gefüllten Pfannkuchen mit scharfem Chili. Und so viele andere schöne Orte.

Mauritius ist ein so lohnendes Urlaubsziel und ich kann es wirklich nur empfehlen. Aber – sorry, liebes Mauritius – am allerschönsten ist Rodrigues. Der Abschied wird ein schwieriger werden, aber ich weiß, ich werde wiederkommen!

 

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