Stadt, Land, Meer

Bevor ich die nächsten Tage abtauche in die Ölfluten des Shirodhara, des Stirnölgusses mit allerlei wundersamen Nebenwirkungen, nutze ich den fettfreien Abend, um von den schönen Ausflügen der letzten Tage zu berichten.

p1000597Hikkaduwa selber bietet wenig – bis auf Strand und Meer natürlich, denen die Hauptstraße leider gefährlich nah gekommen ist. Der ursprüngliche Traumstrand wurde mit Hotels und Restaurants zugebaut, hinter denen die stark befahrene Straße verläuft. Und parallel zu dieser befindet sich die Zugtrasse.
Auf unserer Fahrt Richtung Norden halten wir kurz am Tsunami-Denkmal in Peraliya, nur einige Minuten von Hikkaduwa entfernt. Über 1000 Menschen, vermutet werden sogar bis zu 1700, starben, als der Zug am 26.12.2004 von der Welle erfasst wurde. Mit Schaudern denke ich an diesen 2. Weihnachtsfeiertag zurück, als die ersten Meldungen von 500 Toten sprachen und die Zahlen sich stündlich vervielfachten.

p1000601Wir sind zu viert und fahren zum „Brief Garden“, dem einstigen Wohnsitz von Bevis Bawa, Major und Landschaftsarchitekt, der sich im dörflichen Beruwala ab 1929 ein kleines Paradies erschaffen hat. Ein verwunschener tropischer Garten, in dem p1000603es viel zu entdecken gibt – versteckte kleine Lichtungen, verschlungene Pfade, hier ein Teich, dort eine Treppe Richtung Haus. Und dieses ist die eigentliche Attraktion – ausgestattet mit antiken Möbeln und häufig homoerotischen Kunstwerken, luftig mit wunderbaren Blicken in den Garten, im Flur Photographien aus der Zeit, als Mr. Bawa und seine prominenten Gäste, u.a. Lawrence Olivier und Vivien Leigh, hier viel Spaß hatten. Wir lassen uns durch die Räume und das Outdoor-Badezimmer führen und der leicht morbide Charme schafft eine ganz besondere Stimmung.

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p1000650Auf dem Rückweg halten wir an einer Schildkrötenfarm, in die wir dank eines Bekannten unserer Mitreisenden nach einem kühlen Ingwerbier einen Blick werfen dürfen. Ich war ja erst etwas skeptisch, aber die Anlage dient dazu, Schildkröteneier vor dem Zugriff illegaler Händler zu retten, auszubrüten und die kleinen Paddler p1000638dann ins Meer zu entlassen. Ich erliege dem Charme einer Mini-Schildkröte, die gar nicht mehr von meiner Hand runter will, und so gern hätte ich sie mitgenommen… Auch verletzte und deformierte Schildkröten werden hier kuriert oder beherbergt und meine Vorurteile sind rasch beseitigt. Ein schöner Nachmittag mit ungewöhnlichem Programm.

p1000693Ein paar Tage später geht es in die Altstadt von Galle innerhalb des im siebzehnten Jahrhundert errichteten Forts. Die meisten der historischen Häuser sind renoviert, stylische Läden und Hotels finden sich an allen Ecken und wir frönen unseren Shopping-Gelüsten. Standhaft widerstehen wir den Kaffeebars p1000682und Eisverkäufern und bummeln auf der Fortmauer Richtung Leuchtturm. Ein Schlangenbeschwörer versetzt eine sri lankische Schulklasse in Aufregung und unten im Meer findet der Schwimmunterricht statt – Galle ist p1000685noch nicht komplett in touristischer Hand. Ein Abstecher an den Strand von Unawatuna gibt mir die Gelegenheit, mich zum ersten Mal ins wilde Meer zu stürzen und die Abendstimmung an der Peace Pagode – der Sonnenuntergang fällt wolkenbedingt aus – macht auch diesen Tag zu einem sehr schönen Erlebnis.

 

Danke an Rolf, Karin, Ellen, Andreas, Alex und Manuel für die zwei schönen Nachmittage!

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