Ab in den Norden des Südens

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Nach dem morgendlichen Feueralarm machten wir uns auf den Weg nach dem nur 30 km entfernten Wellington, immerhin der Hauptstadt Neuseelands. Wir hatten abends zuvor beschlossen, auf die Besichtigung der Stadt zu verzichten, da wir in Upper Hutt so schön 20151210-Wellington-Nikon-01untergebracht waren, dass es uns nicht nach Wellington zog.
Da in Neuseeland immer bereits um 10:00 Uhr Check Out ist und unsere Fähre auf die Südinsel erst um 13:30 Uhr ablegte, hatten wir nun noch die Möglichkeit, zumindest einen Eindruck von der Stadt zu bekommen.

Tatsächlich sagte uns Wellington mehr zu als Auckland, aber als besondere Attraktion würden wir zumindest die Innenstadt nun nicht unbedingt bezeichnen. Die Lage ist sehr schön, direkt am grünlich schimmernden Meer und vor steil aufragenden Hügeln. Es gibt auch einige interessante alte Gebäude, aber eben auch einige hässliche neue Hochhäuser. Aber wie geschrieben, wir sind hier ja nicht wegen der Stadterlebnisse, sondern vor allem wegen der Natur. Und das können die Neuseeländer deutlich besser.

20151209-Ueberfahrt-Nikon-01Das Fährschiff der Bluebridge Linie verschlang nicht nur unsere rote Beulenkarre, sondern noch viele andere Blechgefährte und machte sich dann auf den Weg in Richtung Westen. Die Fahrt dauerte am Ende etwa vier Stunden und verlief sehr ruhig, was auf dieser Route wohl nicht immer der Fall ist. Der offensichtlich in Schweden ausgemusterte Kahn (überall waren noch Schilder auf Schwedisch auszumachen), zog stoisch seine Bahnen ungeachtet des Wellengangs, den man bequem von einem Sessel aus durch ein Fenster beobachten konnte, wenn man sich nicht, wie Julia es tat, an Deck durchpusten lassen wollte. Die Fahrt verlief so lange wie möglich entlang der Küste der Nordinsel, doch die endete schon bald und um uns herum war nur noch das Wasser zu sehen, das die Cook Straße ausmacht.
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Als wir uns aber der Südinsel näherten, da tat sich eine sehr schöne Landschaft auf, die wir so noch nicht gesehen haben und wohl auch eher in Skandinavien vermutet hätten. Schwedisches Schiff, skandinavische Landschaft -waren wir zu weit gefahren???
20151209-Ueberfahrt-Nikon-24Wir gingen nun beide an Deck und bestaunten die Landschaft des Queen Charlotte Sunds, die einem vorgaukelte, man führe mal auf einem Fluss, mal auf einem See.
Als wir dann in Picton, einem sehr kleinem Ort, anlegten und dann als ca. Fünftletzte das Schiff mit dem Auto verließen, steuerten wir zunächst einen Supermarkt an, um uns mal wieder mit dem Nötigsten zu versorgen, sprich: Milch, Bier, Wein und Schokolade.
Schließlich hatten wir auch wieder Glück mit unserer neuen Unterkunft. Das Zimmer war großzügig und es gab, wie so oft, eine Gemeinschaftsküche. Wir konnten gemütlich draußen sitzen und unser Abendbrot zu uns nehmen und dabei einen fantastischen Abendhimmel beobachten.

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Schwarzer Toast

20151208-UpperHutt-Nikon-01Ein Höllenlärm geht durch unser im alten englischen Stil erbaute Hotel in Upper Hutt.
Die Sirene für den Feueralarm, wie wir nach kurzem Zögern konstatierten und wären wir nicht schon seit einigen Minuten wach und mit Kaffee versorgt gewesen, so stünden wir nun senkrecht im Bett.
Und nun? Was tut man denn, wenn es keine der gewohnten Feuerübungen aus der Arbeit ist?
Julia zögert zunächst, während ich das Wichtigste, mein Laptop 😜 und den Geldbeutel, einstecke und damit beginne, meine Schuhe anzuziehen. Dann beschließt auch Julia, dass wir 20151208-UpperHutt-Nikon-02vielleicht doch mal was unternehmen sollten, schnappt ihren Kaffee und folgt mir vor die Türe  nach draußen. Es riecht nicht nach Feuer und sehen können wir auch keines. Dafür aber lauter schlaftrunkene Menschen, die wie wir aus ihren Zimmern nach draußen gekommen waren und dort nun frierend und ratlos standen. Der Alarm verstummte aber nicht und jeder schaute den anderen Fragend an.
Aber eine Frau, die machte sich dann doch auf den Weg zur Rezeption, die im Hauptgebäude auf einem Hügel lag. Im Gehen rief sie uns noch zu, dass sie befürchte, dass sie die Ursache für den Alarm gesetzt habe: „I’m afraid it was the toaster“.
Nach wenigen Minuten kehrte sie mit einem Hotelangestellten zurück, der sich die Sache vor Ort ansah und zu uns dann meinte, dass der Alarm nicht durch das Hotelpersonal, sondern nur durch die Feuerwehr abgestellt werden könne und dass die in Neuseeland bei einem Alarm immer anrücken müsse, auch wenn es sich schnell als Fehlalarm herausstelle.
20151209-UpperHutt-Nikon-04So zogen wir uns in unser Zimmer zurück und konnten von unserem Balkon dann tatsächlich die mit zwei Wagen angerückte Feuerwehr beobachten, wie sie die Lage inspizierte.
Bald darauf herrschte wieder friedliche Ruhe. Zumindest für uns. Doch wohl weniger für das Paar mit dem Toaster (den sie wohl als Reisegepäck mit sich führen, denn bei uns im Zimmer gibt es solch einen gar nicht), denn wie Julia später erfuhr, werden sie für den Einsatz aufkommen müssen. Das kostet scheinbar um die 1.000 NZ$, was etwas mehr als 600 € sind.

Heiße Erde

20151204-Rotorua-Nikon-128Nachdem wir den Zusammenstoß mit dem massiven Holzklotz glücklich überstanden hatten, sind wir nach Rotorua weitergefahren. Hier verbrachten wir die vergangenen drei Tage in einem von sehr freundlichen Koreanern geführten Motel und in einer sehr ungewöhnlichen Landschaft. Überall dampft es aus der Erde und ein heftiger Schwefelgeruch liegt in der Luft, den wir sogar trotz unserer verstopften Nasen intensiv wahrnehmen können. Die Gegend um Rotorua ist ein geothermisch besonders aktives Gebiet und auch der Ort, an dem Neuseelands größter Geysir aktiv ist. Und natürlich schauten wir uns das an.

Aber unser erster Ausflug führte uns zunächst in den Thermalpark von Wau-O-Tapu, der etwa 25 km entfernt liegt und der auf tripadvisor unter den 20 Orten der Welt gehandelt wird, die als sehr surreal gelten. Ob man nun tatsächlich aus allem ein Ranking machen muss, wissen wir nicht, aber spektakulär ist es hier allemal!
Das Gelände ist durch drei sich ergänzende Spazierwege, die man garantiert nicht verlassen sollte, problemlos begehbar und dramaturgisch auch durchaus durchgeplant. Sie führen vorbei an etlichen kollabierten kleinen und größeren Kratern, viele davon wassergefüllt. Die vielen dort vorkommenden Mineralien lassen das Wasser in zum Teil grelle Farben leuchten und so tragen die Krater oft auch Namen wie „Tintenfässer des Teufels“, „Palette des Künstlers“, „Opalsee“ oder „Teufelsbad“.
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Einer der Seen trägt allerdings einen recht edlen Namen. Er entstand vor 700 Jahren durch eine geothermale Explosion und wird als „Champagner Pool“ bezeichnet, was vor allem auf die Kohlendioxidperlen zurückgeht, die das Wasser blubbern lassen. Davon kosten möchte man wohl eher nicht, handelt es sich doch um einen Cocktail aus Gold, Silber, Arsen, Quecksilber, Schwefel und Antimon (wie uns der Beipackzettel aufklärt).

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Als Abschluss gab es dann noch ein wunderbares Schlammloch, in dem die Natur sagenhafte Kurzzeitskulpturen aus der Erde herauskotzt
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Wofür wir aber leider zu spät dran waren, das war den Ausbruch eines der Geysire zu erleben. Doch das holten wir dann einfach anderntags im Geothermalpark Te Puia bei uns gleich um die Ecke nach.
20151205-Rotorua-Nikon-179Denn hier speit der Pohutu sehr zuverlässig ein bis zwei Mal am Tag und die Fontäne erreicht dabei bis zu 20 Meter Höhe. Und klar hatten wir Glück und konnten das Spektakel beobachten . Neben der brodelnden Landschaft wird hier auch noch versucht, einem ein Stück Maorikultur nahe zu bringen. Die gibt es einerseits in einer Folkloreshow mit Gesang und Tanz, andererseits aber auch durch eine Führung durch einen Maori, der die Herkunft der Maori von verschiedenen Inseln Polynesiens aber auch deren Lebensart und Denkweise erläutert.
E20151205-Rotorua-Nikon-13720151205-Rotorua-Nikon-135s gibt hier sogar ein Kiwi-Haus, in denen zwei der selten gewordenen Vögel gehalten werden. Sie sind nachtaktiv und sehr scheu, weshalb die Chancen, sie in freier Natur zu Gesicht zu bekommen, sehr gering sind. Und auch hier hielten sie sich lieber zurück und versteckten sich in ihren Nestern. Nur weil in einem eine Infrarotkamera installiert ist, konnte man einen der beiden auf einem Monitor beobachten.

Kia Ora!

Jetzt sind wir anderthalb Wochen in Neuseeland und Liebe auf den ersten Blick war es ja nicht so ganz. Auckland war einfach ein bisschen merkwürdig und grungig – unser Reiseführer vergleicht die Stadt mit Seattle und das kann ich mir, ohne je in Seattle gewesen zu sein, durchaus vorstellen. Viele sehen aus wie Kurt Cobain mit Tattoos. 20151202-Paihia-Nikon-50Der erste Ausflug in den Norden Neuseelands in die Bay of Islands verbesserte dann schon unseren Eindruck. Erst sah es aus wie in Irland, dann wie im Urwald, dann wie in der Südsee. Paihia war unser Ziel und obwohl uns eine fiese Erkältung heimgesucht hat, die wir immer noch nicht los sind, machten wir einen langen Spaziergang an der Küste entlang, der uns beeindruckende Meerblicke, seltsam geformte Muscheln und Schnecken, mystische Mangrovenwälder und Farnwälder bescherte.

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Jetzt sind wir in Roturua, umgeben von Geysiren, bunten Seen und Schwefellöchern, aber davon wird Euch Eric berichten.

Was aber sehr interessant zu beobachten ist, sind die Neuseeländer selber. Irgendwie sind sie den Australiern nicht ganz unähnlich, sehr entspannt, wenn auch vielleicht nicht ganz so kontaktorientiert. Ihr Englisch ist etwas britischer als das der Australier, sie sind ebenso übergewichtig und sie teilen sich den Modegeschmack – sie haben beide keinen. Aber irgendwie haben sie ein anderes Verhältnis zu ihrem Land und der Geschichte des Landes. P1070188Die Maori empfinden wir hier als Teil der Gesellschaft und einen, auf den alle Neuseeländer stolz sind. In Australien haben wir die Aborigines primär als dem Alkohol sehr zugeneigt auf der Straße rumhängend erlebt, hier sind die Maori eine von vielen Volksgruppen, die alle Neuseeländer sind. Der größte Teil der Orts- und Straßennamen sind Maori-Namen, „Aotearoa“ steht auf T-Shirts und Plakaten gleichberechtigt neben „New Zealand“, Kia ora (Mögest Du gesund sein – versuchen wir gerade) wird als Gruß überall verwendet. In Australien irgendwie undenkbar, dort scheint man nur dann zu den Aborigines zu stehen, wenn damit Souvenirs zu verkaufen sind.

Was es uns ganz besonders angetan hat, ist der Haka, ein Kriegstanz der Maori. Als wir in Auckland 20151205-Rotorua-Nikon-135waren fand eine große Gedenkveranstaltung im Stadion für die nationale Rugby-Ikone Jonah Lomu statt. Wir hörten davon im Radio und sahen später auf Youtube einen Ausschnitt aus der Trauerfeier. Absolut beeindruckend tanzte das Rugby-Team einen Haka und wie wir dann erfuhren, wird jedes neuseeländische Rugby-Länderspiel von einem Haka eingeleitet. Und zwar seit 1884. Zum Beispiel so. Das ist fast so, als würde die deutsche Fußballnationalmannschaft ihre Spiele mit einem Sirtaki einleiten.

Wir empfinden das Nationalbewusstsein der Neuseeländer insgesamt als sehr angenehm. Sie mögen ihr Land in all seiner Vielfältigkeit. Sie entwickeln ihr Nationalbewusstsein weiter und stimmen in einem Referendum gerade über die Gestaltung einer neuen Nationalflagge ohne Union Jack ab. In der Autowerkstatt wurden wir gefragt, ob wir Neu-Neuseeländer seien. Als wir das verneinten, meinte der Mechaniker, wir sollten es doch werden, Neuseeland sei ein tolles Land. Ja gut, das Angebot werden sie einem flüchtenden Syrer wahrscheinlich nicht so leicht machen, aber die Gesellschaft scheint sehr offen zu sein für andere Kulturen. Jedenfalls ist es ein spannendes Land, es wirkt häufig so europäisch, ist dann aber wieder extrem pazifisch und irgendwie was ganz besonderes!

Excellent luck

Wie gut, dass wir am Abend vor P1070144unserer Abreise in Japan noch im Shinshoji Tempel waren und  ich die 75 Cent in das Stäbchen-Orakel investiert hatte. Hülse geschüttelt, Stäbchen rausgezogen, No. 96 stand drauf, und dann Stäbchen gegen Zettel getauscht. Und was steht drauf? „Excellent luck“ The strongest fortune where everything goes your way. Den Zettel trage ich seither mit mir rum und bisher ist ja tatsächlich nichts schief gegangen. Heute aber, da spielte das Orakel seine volle Macht aus.

Seit Auckland sind wir zu dritt, ein Mazda Demio trägt uns P1070110durch’s Land und da kennt er sich aus, er hat nämlich schon über 261.000 km davon gesehen. Und fast genauso viele Schrammen und Beulen davongetragen. Das Fenster auf der Fahrerseite klirrt, weil eine Delle die Tür ziert, das Fenster auf der Beifahrerseite lässt sich gar nicht erst öffnen, aber wir sind zufrieden und die meisten Neuseeländer fahren ähnliche Autos. Außerdem darf man hier nirgends schneller als 100 fahren und das kriegt unser roter Blitz hin. P1070136Von Auckland ging es zunächst hinauf in den Norden, ein separater Bericht folgt, und dann heute die gleiche Strecke zurück Richtung Rotorua, wo Geysire auf uns warten. Die ersten 150 km fuhr ich, mein erstes Linksfahrerlebnis und es ging erstaunlich gut. Vor Auckland musste Eric dann wieder ran, Stadt traue ich mich noch nicht. Wir passierten Auckland und dahinter wurde es immer ländlicher, grüne Hügel, Kühe, Schafe. Dann kamen wir nach Matamata, eine Kleinstadt, in deren Nähe „Der Hobbit“ gedreht wurde und 300 Einwohner als Statisten fungierten. Noch eine Dreiviertel Stunde bis Rotorua, immer noch schwer geplagt von unseren Erkältungen freuen wir uns auf eine baldige Ankunft, da kommt uns auf einer Kuppe ein Pritschenwagen P1070142entgegen, der im Moment der Begegnung etwas von seiner Ladefläche verliert. Leider kein Heu, wie wir erst dachten, sondern große Holzstücke. Es macht bumm, unser treuer Roter kriegt einen Schlag von rechts, Eric bleibt souverän, hält die Spur, lässt das Auto langsam auslaufen und kommt auf der linken Straßenseite in der Einfahrt zu einer Farm zum Stehen. Wir steigen aus und sehen es gleich: das Holz hat den Vorderreifen getroffen, die Felge ist verbogen, der Reifen platt.
Ach, Eric ist ein Held, genau richtig reagiert und immer noch recht cool. Von der anderen Straßenseite kommt ein aufgeregter Farmer, der mit seinem Trecker beim Mähen war, zu uns herüber gelaufen. Wie sich nachher rausstellt, dachte er, er hätte einen Stein aufgewirbelt, der uns getroffen hat. Wir überlegen gemeinsam, was zu tun ist, imageda kommt ein Wagen die Straße herunter und hält neben uns. Der freundliche Farmer kann es nicht fassen – es ist Jack vom Reifenreparaturservice in Matamata! Mit seinem Pritschenwagen. Auf dem große Holzstücke liegen. imageJack bietet sogleich an, die Mietwagenfirma zu kontaktieren, macht ein kleines Spaziergängle, als er mit ihnen spricht, kommt dann zurück, schraubt uns den Ersatzreifen ran und sagt uns, wir sollten hinter ihm her in die Werkstatt nach Matamata fahren. Wir springen ins Auto, folgen ihm, in der Werkstatt warten schon seine Kollegen und recht schnell tauschen sie den Reifen. imageZahlen müssten wir nichts, sagen sie. Langsam dämmert es uns: Jack war der Bösewicht, der das Holz verloren hat. Wie zur Bestätigung öffnet sich die hintere Klappe seines Pritschenwagens, als er das Auto zurücksetzt. Sein Chef drückt uns die Visitenkarte der Werkstatt in die Hand, wenn noch irgendwas sein sollte…. Der Lehrling murmelt, nicht auszudenken, was hätte passieren können, und Jack steht äußerst verlegen hinten in der Werkstatt. Aber er ist eigentlich schon ein Guter, er kam ja zurück, um zu schauen, was passiert war und half uns dann auch.

Wir telefonieren noch mal mit der Mietwagenfirma, denen hatte Jack wohl alles gebeichtet und versprochen, das Auto kostenlos zu reparieren. Sei ok so, sagt die entspannte Firma. Na ja, zur Dokumentation werden wir noch mal ne Mail schicken, aber die wissen wahrscheinlich, dass unser Mazda bald in Rente muss. Nun denn, jetzt hoffen wir mal, dass nichts nachkommt und freuen uns über unser „Excellent Luck“!!

Nebenbei bemerkt

Liebe Freunde des Globonautentums,
wie Ihr ja vielleicht festgestellt habt, sind unsere Beiträge etwas spärlicher gesät in letzter Zeit. Dazu gilt es zu sagen, dass das gar nicht so sehr an uns liegt, als vielmehr an den immer wieder überraschend schlechten Internetverbindungen in unseren Unterkünften. Ich habe daraus natürlich gleich eine unerschütterliche Regel abgeleitet:
In allen überwiegend englischstämmigen Staaten blicken sie es einfach nicht mit der Technik. Ganz klar, haben die keine Ahnung von Netzwerktechnik und bräuchten da jede Menge Unterstützung. Ich denke, wenn ich dieses Thema nicht furchtbar langweilig fände, könnte ich damit ein Vermögen machen. In Neuseeland, Australien, Wales, Irland, USA, …
Also gebt nicht auf -wir geben unser Bestes und melden uns bald wieder 👍

Auckland

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Nun sind wir also in Neuseeland, gut 18.000 km weg von zu Hause. Und auch die Zeit steht hier Kopf -12 Stunden Differenz zu Deutschland.
Unser Flug von Perth dauerte gerade einmal sechs Stunden, ging aber durch eine kurze Nacht und durch fünf Zeitzonen. Als wir ankamen, da war es halb sieben in der Früh und wir hatten nicht geschlafen.

20151127-Auckland-Nikon-10Mit dem Flughafenbus ging es dann nach der Einreise in Richtung Innenstadt. Wir fragten den Busfahrer, ob er uns bitte Bescheid geben könne, wenn wir nahe der View Road ankämen, damit wir möglichst nahe an unserer neuen Unterkunft aussteigen können. Und ganz selbstverständlich tat er dies dann auch. Wir wohnen in einer Art Youth Hostel, in dem es vor allem von jungen Franzosen wimmelt. Irgendwann in den zurückliegenden 20 Jahren muss die Grand Nation doch einmal erkannt haben, dass es Vorteile bringt Englisch zu lernen, denn früher haben sich die Franzosen ja doch irgendwie nie in englischsprachige Länder getraut. Nun aber sind sie, die Jungen, überall anzutreffen. Ähnlich den Spaniern, obwohl die wohl eher die Arbeitslosigkeit in die englischsprachigen Länder zwingt…

Natürlich waren wir viel zu früh dran, um schon unser Zimmer beziehen zu können und so gingen wir dann einfach einmal drauf los in Richtung Innenstadt, denn unser Hostel liegt in einem südlichen Stadtteil namens Mt Eden.

20151129-Auckland-Nikon-19Tja und was sollen wir sagen -es gefällt uns nicht, dieses Downtown Auckland. Es ist nicht schön. Die Häuser wirken grau und hässlich. Es gibt keine klare Linie und vieles scheinen Bausünden der achtziger Jahre zu sein. Mag sein, dass unsere Müdigkeit und das kühlere und regnerische Wetter zu diesem Urteil beigetragen haben. Aber auch Tags darauf, nach dreizehn (!) Stunden Schlaf und bei schönem Wetter, bleibt dieser Eindruck für die Innenstadt erhalten. Wohnviertel und Gewerbegegenden scheint es hier so nicht zu geben, sondern es wirkt, als würde alles immer parallel existieren. Wohnhäuser stehen unmittelbar neben großen Lagerhallen, Autohäusern oder sonstigen unattraktiven Nachbargebäuden. Dazu überqueren wir auf dem Weg in die Innenstadt auch noch ein Tal, das mehrere Stadtautobahnen mit vielen Betonbrücken durchziehen -und klar kleben an den Hängen jenes Tals dann auch Wohnblocks.

Aber halt!
20151128-Auckland-Nikon-15Es gibt auch nette Gegenden. Das scheinen eher einzelne Stadtteile zu sein. Und in einen solchen, Ponsonby, haben wir uns heute dann auch begeben. Hier wirkt es eher kleinstädtisch und die Häuser sind gerade einmal zwei oder drei Stockwerke hoch. Überhaupt dominieren in den Stadtteilen nette Holzhäuschen mit schönen Veranden das Bild. Drum herum gibt es viel Grün, das hier auch prächtig gedeiht.

Hier, in Ponsonby, gab es dann entlang der gleichnamigen Road ein Restaurant, eine Bar oder Café am anderen und auch viele Boutiquen, in denen schicke Sachen zu kaufen waren, die auf der Straße dann aber seltsamer Weise niemand an hat…
Hier hat es uns jedenfalls gut gefallen und so vermuten wir die wahre Schönheit dieser Stadt nicht dort, wo sie andere Metropolen präsentieren, sondern an versteckten und verstreuten Orten.

20151129-Auckland-Nikon-35Einen weiteren solchen haben wir dann am Abend, sozusagen vor unserer Haustüre gefunden, nämlich den Mt Eden. Es handelt sich dabei um einen Hügel, der einst einer von etwa 50 Vulkanen war, auf denen die Stadt sich ausbreitet. Natürlich längst erkaltet, ist sein Krater doch sehr gut zu erkennen. Und von oben bietet sich ein wunderbarer Blick rund herum und auf die sehr weitläufige Stadt bis hin zu den verschiedenen Küsten. Dazu bot sich uns einmal mehr ein toller Sonnenuntergang und so konnten wir den Tag dann doch sehr versöhnt abschließen.

No worries und Knastgeschichten

20151125-Fremantle-Nikon-06No worries?
Von wegen!
Seit gestern sind wir in Australien, wo diese beiden Worte zum täglich Leben gehören, wie bei uns das „’s muss“.
Und hatten wir nicht im Vorfeld immer wieder in den Wetterberichten davon gelesen und gehört, dass uns dort in Perth 34 -vierunddreißig! Grad erwarten würden?
Und nun????
22:00 Uhr und es hat gerade einmal 20 Grad! Das geht doch nicht! Ich sitze hier im Hoodie und friere…
Ok, zugegeben: Unter Tag, in der Sonne, da ist es schon heiß. Und ruckzuck ist man auch verbrannt. Also natürlich nicht ich. Aber manch anderer Mitreisender…
So weit, so unerwartet.
Doch nun zu den erfreulichen Dingen in Down Under.
Da sind mal wieder die Menschen. So lässig, so freundlich. Immer wieder fällt uns das ja auf, wenn die Grundstimmung in einem Land so unkompliziert und offen ist. Und hier ist es wieder einmal so. Also dann doch: No worries!
20151124-Fremantle-Nikon-05Gut, einen Wettbewerb in Sachen Mode werden die Aussies nie gewinnen. Aber dafür habe sie offenbar den Bogen raus, wenn es um Work-Life-Balance geht. Das war uns ja schon bei unserem ersten Aufenthalt auf dem fünften Kontinent aufgefallen, nämlich dass die Geschäftszeiten hier so kurz sind, wie wir es sonst bislang in noch keinem Winkel der Erde erlebt haben. Ladenöffnungszeiten von 10:00 bis 17:00 Uhr sind absolut normal. Das war ja sogar in Sidney so, was uns doch etwas wunderte.
20151125-Fremantle-Nikon-07Aber nun sehen wir das ein. Und zwar voll und ganz. Das geht hier gar nicht anders. Denn wie soll man denn vernünftig an den Strand kommen, wenn man nicht spätestens um fünf mit der Arbeit Schluss macht? Da bleiben einem ja gerade mal noch eineinhalb Stunden, um abzuhängen, zu surfen oder auch einfach nur am Strand zu grillen, bevor man sich abends auf die Cappuccino Strip schmeißt.

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20151125-Fremantle-Nikon-14Ja und dann gilt es noch davon zu berichten, wie Julia und ich es geschafft haben, hinter Gittern zu landen.
Aktuell teilen wir uns eine Zelle. Die ist gerade einmal fünf qm klein und hat zwei stark vergitterte schmale Fenster. Ein Doppelstockbett steht darin. Das war es dann auch. Mehr gibt es nicht -keinen Schrank, keinen Tisch, keine Stühle. Wir sitzen im Knast von Fremantle und unsere Zelle trägt die Nummer 202.
Aber alles halb so wild. Die Behörden haben uns versichert, wir dürfen raus, wenn wir nach der dreitägigen Quarantäne vom Reisevirus befreit seien. Aber wir sehen da schwarz…

Und zum Abschluss noch eine Quizzfrage. Was fällt Euch bei diesem Bild auf? (Die Auflösung gibt es sehr weit unten)

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Der frisch leuchtende Rasen im Hintergrund ist Kunstrasen -der wird hier einfach mal so am Straßenrand ausgelegt. Ist ja auch viel praktischer 😳

Neues von Superjulia

Was macht eigentlich Superjulia? Sicher erinnert Ihr Euch an ihr erstes Abenteuer in Amerika, als sie das Hörnchen rettete. Von dieser Mission 20151114-Bohol-Lumix-61musste sie sich erst mal erholen, aber dann zog es sie doch wieder zu ihren Freunden, den Tieren. Diesmal ging es auf einen fernen Kontinent, wo sie schauen wollte, ob es ihnen auch hier gut geht. So schwang sie sich auf ein kleines Zebra und galoppiert mit ihm über die Savanne. Mama Zebra war immer dabei und zeigte ihnen den Weg. 20151114-Bohol-Lumix-62In der glühenden Hitze fand Superjulia Schutz unter der 20151114-Bohol-Lumix-60groooßen Giraffe. Hätte sie sich mal umgedreht, dann hätte
sie die Elefanten vorher gesehen. Aber so half nur noch eins: Superjulia musste sich dem Bullen in ihrer berüchtigten „Huh-Haltung“ in den Weg werfen. Anders konnte sie ihn nicht stoppen! 20151114-Bohol-Lumix-64Aber die Gefahr war noch nicht gebannt! Rhino, das Nashorn, ließ sich einfach nicht beeindrucken. Und so kam es zum Kampf, Nase gegen Nase! Ihr ahnt schon, wer gewonnen hat, was?

Aber jetzt schnell weg! Wer weiß, welche anderen Gefahren hier noch lauern! Da kommt Superjulia eine Superidee: verstecken muss sie sich. Gesagt, getan. Bei ihren 20151114-Bohol-Lumix-65guten Freunden, den Pinguinen, findet sie Unterschlupf. Könnt Ihr sie entdecken? Es ist schwierig, sie hat sich wirklich gut getarnt. Schaut genau hin!

Nach so einem anstrengenden Besuch auf dem fernen Kontinent muss sie sich jetzt aber erholen. 20151114-Bohol-Lumix-63Das kleine Zebra setzt sie beim guten Panda ab, der sie für ein paar Tage beschützen wird, bis neue Abenteuer nach ihr rufen!