Weihnachten

Bei 23 Grad kommt keine P1070349Weihnachtsstimmung auf. Keine Chance. Und dann auch noch in einem Land, in dem Weihnachten am 25. gefeiert wird. Also beugen wir uns und freuen uns auf unseren letzten Abend in Neuseeland, den wir wieder im Half Moon Cottage in Akaroa verbringen werden. Geplant sei ein „Pot Luck Dinner“, schrieb uns Cor, der Besitzer, jeder solle was Schönes kochen und dann würden alle gemeinsam essen. Wir überlegen: vor 4 werden wir nicht in Akaroa sein P1070351und haben wir überhaupt Lust, nach langer Autofahrt gleich in die Küche zu stürmen und zu kochen? Hmm. Dann, die Lösung: Labskaus! Schmeckt sowieso aufgewärmt am besten und wir haben auch gleich was für Heiligabend. Kartoffeln, Rote Bete und Dosenfleisch gibt’s in bester neuseeländischer Qualität und sogar Matjes findet sich (wenn auch aus Weißrussland). Den Ort, an dem wir Heiligabend verbringen, haben wir willkürlich ausgewählt, wir suchten nur nach einem geschickten Stopp auf dem Weg nach Christchurch. Wir haben ein kleines Häuschen mit Küche und einem Kartoffelstampfer, das wichtigste Gerät für P1070353Labskaus neben dem Dosenöffner. Wir schälen, kochen und manschen und rasch ist es fertig: ein sehr leckeres Labskaus! Zwei Fläschchen Bier dazu, ein perfektes
Heiligabendessen. Noch ein weiteres Bier in der offenen Tür unserer Hütte mit Blick auf unser treues Auto, langsam wird’s kalt und wir sind müde, also früh ins Bett. Weihnachten mal ganz anders.

Am nächsten Morgen starten wir pünktlich und entscheiden uns, einen kurzen Abstecher nach Christchurch zu machen. Ein separater Bericht folgt. Gegen halb sechs sind wir dann in Akaroa und werden von Cor und Margo wie alte Freunde begrüßt. In der Küche wird schon eifrig gebrutzelt, auf der Terrasse steht ein Weihnachtsbaum, die vier sehr jungen Deutschen sorgen für die richtige WeihnachtenWeihnachtsmusik und irgendwann füllen die unterschiedlichsten Speisen das Buffet: thailändische Nudeln und ein Curry, leckeres Gemüse mit Zimtnote, taiwanesischer Reis, gegrillter Fisch und dazwischen unser Labskaus. Dem sehr netten älteren Taiwanesen, der seinen Sohn besucht, erkläre ich, es sei „a northgerman speciality“. Er staunt und freut sich drauf, zuerst 20151225-Akaroa-Nikon-04muss er aber etwas anderes Exotisches probieren: „So, this is cheese?“ fragt er und probiert einen Cracker mit Camembert. Es wird ein sehr lustiger Abend mit netten Menschen. Wir sind sehr zufrieden mit unserem neuseeländischen Weihnachten! Und vielen lieben Dank für die vielen Weihnachtsmails. Genießt die Feiertage!

Mare e Monti

20151221-Otago-Nikon-08Gestern morgen starten wir fast schweren Herzens von der Lazy Dolphin Lodge an der wunderschönen Porpoise Bay. Zum Glück ist es trüb, regnerisch und kühl, so fällt der Abschied dann doch nicht so schwer, obwohl uns beim Blick aus dem Küchenfenster morgens schon Delfine gegrüßt haben. Na gut, dann halt ab ins Landesinnere. Dreieinhalb Stunden, sagt das Navi, und die ersten zwei sind schön, aber noch nicht spektakulär. Dass es in die Berge geht, können wir aber bald sehe20151221-Otago-Nikon-23n, am Horizont leuchten uns
schneebedeckte Gipfel entgegen. Wir durchqueren einen kleinen Ort namens Athol. Wenn man hier kein „tie-eitsch“ sprechen kann, ist man ganz schnell am A… 🙂 Die Landschaft ist in Neuseeland sehr dramatisch inszeniert, und auch jetzt ist es wieder so: wir fahren über die Kuppe eines Hügels und plötzlich liegt ein wunderbarer See vor uns, der Lake Wakatipu, an dem auch Queenstown liegt, das Adventure Capital von Neuseeland. Wie schon mal berichtet, sind 20151221-Otago-Nikon-50wir nicht auf Bungy + Co aus und biegen daher kurz vor Queenstown in die Berge ab, Richtung Wanaka. Die Straße steigt steil an, unser altersschwacher Beulenmazda keucht, in Serpentinen und im Schleichtempo winden wir uns weiter hoch und genießen sensationelle Ausblicke. Alle paar hundert Meter gibt es eine Haltebucht und wir staunen, was die Natur hier wieder zu bieten hat. Am Morgen noch wildes Meer, jetzt spektakuläre Bergwelt.
Irgendwann 20151221-Otago-Nikon-31haben wir die Kuppe erreicht und es geht wieder bergab – zum Glück, denn jetzt meldet sich die Tankanzeige. Hm, das wird doch wohl reichen? Am Straßenrand wird es immer bunter, Lupinen säumen den Weg und bilden einen fliederfarbenen Teppich. Wunderbare Natur, denken wir, lesen dann aber, dass es sich die Siedlerfrauen etwas netter machen wollten und 20151221-Otago-Nikon-54die Blumen pflanzten, die jetzt zwar schön, aber wohl eine ökologische Plage sind. Noch zehn Kilometer bis Wanaka, die Tankuhr am untersten Anschlag und dann piepst es auch noch. Das war sicher das Navi, reden wir uns gut zu, und mit unserem excellent luck fahren wir mit dem letzten Tropfen in Wanakas Tankstelle ein, so erleichtert, dass es uns noch nicht mal ärgert, hier 10 Cent mehr pro 20151221-Otago-Nikon-63Liter zahlen zu müssen. 200 Meter daneben findet sich dann unser Hotel, wo wir unsere müden Häupter nach einem kühlen Feierabendbier und einem Abendspaziergang zum See gemütlichst betten können.

Schafe

Dass Neuseeland20151214-Akaroa-Nikon-15 ein Naturparadies ist, in dem sich viele wunderbare Tiere tummeln, konntet Ihr den bisherigen Beiträgen ja schon entnehmen. Aber dem hier am häufigsten vorkommenden
Lebewesen haben wir bisher kaum unsere 20151214-Akaroa-Nikon-47Aufmerksamkeit gewidmet. Man könnte zwar meinen, es sei die Sandfly, eine fiese kleine schwarze Mücke, an deren Stichen man viele Tage lang große Freude hat. Aber nein, es müssen die Schafe sein. 20151221-Otago-Nikon-04Obwohl die Zahlen rückläufig sind, gibt es hier immer noch etwa 30 Millionen davon. Bei circa 4,5 Millionen Einwohnern macht das eine Menge Schaf pro Mensch. Und wahrscheinlich gibt es kaum ein Land, in dem es Schafe so hübsch haben. Wahnsinnsausblicke auf einsame Buchten, wilde Küsten und hohe Berge 20151221-Otago-Nikon-05könnten die Wollknäuel genießen, würden sie nicht immer nur nach unten schauen und saftiges Gras mampfen. Jedenfalls erfreuen wir uns sehr am Anblick von schafgesprenkelten Hügeln. Derzeit regnet es zu wenig (was uns jetzt eigentlich nicht sonderlich stört), da werden sie in Laster verfrachtet und in den Süden P1070339der Südinsel gekarrt. Hoffentlich genießen sie dann wenigstens kurz die neuen Ausblicke. Dick und zottelig behängt, viele aber auch schon mit Kurzhaarfrisur, haben sie hoffentlich ein langes P1070341glückliches Schafleben, denn ich hoffe natürlich, dass man nur ihr Fell will. Jedenfalls trifft man auf deutlich mehr Läden mit Wollpullovern als Metzgereien 🙂

 

 

 

Ja ist denn heut scho Weihnachten?

20151220-Curio-Bay-Nikon-72Heute war ein echter Sommertag. Und das ging hier von jetzt auf nachher.
Gestern mussten wir noch bei 12 Grad in Fleece und Regenjacke gepackt durch kalten Wind und Regen wandern und heute, beim Aufwachen am frühen Morgen, da stürmte ein wahrer Föhn aus Richtung Australien und brachte Temperaturen um die 28 Grad.
Also rein in die kurzen Hosen und raus vor die Türe.
20151220-Curio-Bay-Nikon-154Und ‚raus vor die Türe‘ bedeutet in unserer Herberge, dass wir direkt am Strand der Curio Bay stehen. Strand -das ist eigentlich nicht das richtige Wort. Dieser Strand, das ist ein ewig langer und sehr breiter Sandstreifen -beinahe will ich es als kleine Wüste bezeichnen. Kaum ein Mensch ist in dieser traumhaften Landschaft zu sehen, man fühlt sich alleine am weiten Ufer -und das, obwohl hier in Neuseeland an diesem Wochenende die Großen Ferien begonnen haben.

Wir zogen also los und kämpften gegen den extrem stark blasenden Wind an, der uns den Sand immer wieder wie Nadelstiche gegen die Waden schleuderte. Aber belohnt wurden wir von der Natur heute im Überschwang.
Natürlich ist alleine schon die Landschaft sagenhaft mit ihrem Farbenspiel. Doch ist diese Bucht auch Heimat von verschiedenen Tieren. Bereits am Abend zuvor hatte Julia bei einem späten Erkundungsgang dort einen Pinguin gesichtet und war dieses Mal nicht 250 Meter entfernt, sondern so nah, dass sie ihn mit bloßen Auge beobachten konnte.

Ja und heute, da beglückten uns den ganzen Tag über Delphine, sogenannte Hector-Delphine. Die schwimmen in der Curio Bay, sind hier sogar ansässig und zeigen kaum Scheu vor Menschen. So durften wir vom Ufer aus immer wieder beobachten, wie sie sich zu Surfern gesellten, um sie herum schwammen und sogar gemeinsam mit ihnen die selben Wellen surften.
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Wir beneideten die dick in ihre Neoprenanzüge gehüllten Surfer, die so gegen das doch sehr kalte Wasser geschützt waren. Schon wenn unsere Füße vom Wasser umspült wurden, kroch die Kälte die Beine hoch. Also beobachteten wir ausführlich das fröhliche Treiben und ich schoss viele Fotos. Keine Angst, die baue ich jetzt nicht alle hier ein 😁.

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20151220-Curio-Bay-Nikon-88Wir setzten schließlich unseren Strandspaziergang fort und schreiben einen Gruß in den Sand.
Als wir umkehrten und an unserem Haus vorbeizogen, da wollten wir uns noch an das andere Ende der Bucht aufmachen. Dort liegt ein wunderschöner Campingplatz und auch eine Surfschule ist dort untergebracht. Also, wenn sich irgend jemand mit dem Gedanken trägt, Wellenreiten zu lernen -es kann keinen besseren Platz dafür geben als hier.
Kaum dort angekommen, da sahen wir, dass erneut Delphine durch die Bucht und nahe des Ufers kreuzten. Dieses Mal kannten wir kein Halten mehr und stürzten uns kurzentschlossen in die kalten Fluten. Wir mussten nicht weit ins Wasser gehen und man konnte dort sogar noch stehen, als sich uns die Tiere tatsächlich näherten und immer wieder in Zweier-, Dreier- oder Vierergruppen in ihrer typischen Bogenbewegung auf uns zu schwammen.
Sie näherten sich uns bis auf etwa drei Meter. Es war genial!
Kälte? keine Spur. Die war so schnell vergessen, wie auch das Wissen darum, wie ich anständig meine Actioncam bediene und so war am Ende nichts auf den Filmchen zu sehen.
Dafür aber ist es in unseren Köpfen verewigt.

Nachtrag:
Die Hector-Delphine sind offenbar bedroht. Wer mehr dazu erfahren möchte, bekommt beim NABU weitere Informationen.

Die Vögel (Achtung, viele Fotos…)

So viele Möwen wie in Neuseeland haben wir noch nirgends gesehen. Aber es gibt noch viele andere Vögel hier und darum eine kleine Sammlung von Bildern der gefiederten Freunde.

20151217-Dunedin-Nikon-4920151217-Dunedin-Nikon-48 20151217-Dunedin-Nikon-5220151217-Dunedin-Nikon-46 20151217-Dunedin-Nikon-8020151217-Oamaru-Pinguine-Nikon-23 20151217-Oamaru-Pinguine-Nikon-3120151217-Oamaru-Pinguine-Nikon-5020151217-Oamaru-Pinguine-Nikon-59 20151214-Akaroa-Nikon-29 20151214-Akaroa-Nikon-6520151217-Dunedin-Nikon-71 20151217-Dunedin-Nikon-7220151217-Dunedin-Nikon-67 20151218-Dunedin-Nikon-13320151218-Dunedin-Nikon-12120151219-Catlines-Nikon-6120151218-Dunedin-Nikon-12420151218-Dunedin-Nikon-120 20151218-Dunedin-Nikon-11620151218-Dunedin-Nikon-12620151219-Catlines-Nikon-4320151218-Dunedin-Nikon-11820151218-Dunedin-Nikon-119

Ach ja, und das ist Fred. Ein kleiner Freund, den ich am Strand kennen lernen durfte. Er war nicht sehr gesprächig, aber sehr anhänglich. Leider rüttelte unsere Begegnung ihn so auf, dass er sich buchstäblich zerriss. Er verlor nie den Kopf, aber irgendwie bröselte ihm der Unterleib weg und schließlich entschwand er für immer. Danke für den Moment, Fred!
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Pinguin und Dino-Eier

20151217-Dunedin-Nikon-03Nachdem wir bereits 2.500 km mit unserem unerwartet zuverlässigen, roten „Beuliden“ in Neuseeland zurückgelegt haben, sind wir nun recht weit in den Süden vorgedrungen. Die Südinsel gefällt uns sehr gut und es tun sich immer wieder wunderbare Blicke auf. Wir kommen immer mehr zu der Erkenntnis, dass es nicht so sehr die Einmaligkeit der neuseeländischen Natur, als vielmehr die unglaubliche Vielfalt auf relativ kleinem Raum ist, die den ganz besonderen Reiz dieses Landes ausmacht.20151217-Oamaru-Nikon-64
In einem Land, das nur wenig größer ist als Großbritannien, findet man Strände, die an tropische Gefilde, Geysire, Gletscher und Fjorde, die an den Norden Europas, Berge, die an Alpenriesen, Vulkane, die an Indonesien und weites Land, das an die USA erinnert. Es ist ein Miniaturwunderland.

Und darum ist es auch nicht seltsam, dass wir hier nun auch auf Pinguinschau gehen konnten. Wir bekamen von unserer Herbergsdame in Oamaru die Informationen, dass es es zwei verschiedene Arten Pinguine in der Nähe gebe. Die einen sind Blue Penguins und sind unmittelbar in der Stadt zu beobachten, da sie dort auch ihre Wohnstätten haben. Die anderen sind am Strand etwas weiter weg zu sehen und werden Gelbaugenpinguine genannt. Da beide Arten immer nur am frühen Morgen oder am Nachmittag zu beobachten seien, entschieden wir uns für die Jagd auf die Gelbaugen. Also bezogen wir gegen 16:30 Uhr in einem Unterstand Posten.
20151216-Oamaru-Pinguine-Nikon-05Noch waren wir hier fast alleine unterwegs, doch kamen im Laufe des Abends dann noch weitere Beobachter hinzu, die sich oberhalb der Klippen in den dafür vorgesehenen Ausgucken sammelten. Auf Schildern wird auf die besondere Scheu dieser Tiere hingewiesen und zu Ruhe und Distanz aufgefordert. Den Strand selbst darf man zu dieser Jahreszeit gar nicht begehen, da die Vögel Nachwuchs haben, der tags alleine zurück bleibt, während die Eltern im Meer auf Nahrungssuche unterwegs sind. Wenn sie am Abend zurückkehren, versorgen sie die Kleinen dann mit Frutti di Mare.
20151217-Oamaru-Pinguine-Nikon-63Also standen wir möglichst regungslos in der Ecke des Ausgucks und richteten unsere Blicke starr auf den Strand, der sich auf einer Länge von etwa einem Kilometer unter uns hinzog. Wir warteten und starrten, und starrten und warteten bei Temperaturen, die gerade einmal knapp über 10 Grad lagen und so vergingen beinahe zweieinhalb Stunden, bis sich die ersten Vermutungen bestätigten: Es war etwas im Wasser, das sah aus, als würde eine kleine Ente in der Brandung treiben. Mit bloßen Auge war eigentlich nur ein kleiner schwarzer Strich auszumachen. Doch ein Foto mit dem 300mm Tele und anschließendem Zoom in das Foto hinein lies es zur Gewissheit werden: Ein Pinguin!
20151217-Oamaru-Pinguine-Nikon-59Als er dann zögernd an Land ging, da reckten sich viele Zeigefinger in seine Richtung, von denen er freilich nichts mitbekam. Kurz nach diesem wagemutigen Burschen war auch schon ein weiterer an Land gegangen und so standen sie beide zunächst einmal abwartend am Strand. Die Distanz war doch sehr groß und tatsächlich konnte nur die Vergrößerung aus einem ohnehin schon optisch näher gebrachten Abbild eine Idee des Tieres vermitteln. Aber egal: Wir haben sie gesehen, unsere ersten Pinguine in natürlicher Umgebung.
Es lebt hier scheinbar eine große Kolonie der Vögel und darum waren wir gespannt darauf, wer sonst noch alles den Fluten entsteigen würde.
20151217-Oamaru-Pinguine-Nikon-61Doch plötzlich geschah das Unfassbare: Zwei Touristen, ein Paar vielleicht in unserem Alter, tauchte unten am Strand auf, unbekümmert herumschlendernd und schnell noch ein Foto von den sich wieder zurück ins Meer flüchtenden Tieren schießend. Tja, das war es dann für den Nachwuchs: heute wird das Abendessen gestrichen und sie gehen hungrig in die Kojen…
Als adäquate Strafe für solche Deppen haben wir uns überlegt: Zwei Wochen lang stapft im Stundentakt eine Marschkapelle durch das Schlafzimmer der beiden Übeltäter und dazu bekommen ihre Kinder in dieser Zeit nur noch Wasser als Nahrung. Klingt doch plausibel, oder?

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Ein anderes Stranderlebnis hatten wir dann gestern auf unserer Fahrt weiter zu unserem nächsten Ziel Dunedin. Auch von der Herbergsmutter hatten wir den Tipp bekommen, uns Steine am Strand von Moeraki anzusehen.
Gesagt, getan. Diese Steine sind durchaus ungewöhnlich. Sie sind kugelrund und sehr groß und liegen am Strand wie nach einem Turnier zurückgelassene Tennisbälle der lokalen Strandriesen oder aber wie die Eier von Dinosauriern -obwohl sie dafür vielleicht doch ein wenig zu rund sind.20151217-Dunedin-Nikon-24
So oder so: Wir haben so etwas noch nie gesehen und staunen einmal mehr über das, was die Natur so alles hervorbringt.

Superjulia auf Reisen

Superjulia musste sich eine ganze Weile erholen P1070289von ihrer letzten großen Reise. Auch hatte sie sich lange gefragt, ob es nicht schlauer ist, ein warmes Land zu bereisen. Aber dann erinnerte sie sich: es ist ja Weihnachten! Und da ist es nicht warm! Und langsam gelüstete ihr nach neuen Abenteuern. Also schnappte sie sich ein jahreszeitlich passendes Mützchen und schwang sich auf ihr Surfbrett! Drei Tage und drei Nächte dauerte die Überfahrt und kaum war sie auf Land gestoßen, P1070293ging die Reise weiter, diesmal auf einem Kamel, dass am Strand wohnte und ihr angeboten hatte, sie mit den Sehenswürdigkeiten der Umgebung vertraut zu machen.

Klasse fand sie das und das Kamel war ein großartiger Organisator, so schaffte sie es P1070295tatsächlich innerhalb kurzer Zeit die großen Wahrzeichen des Kontinents zu besuchen. Erst mal ging es in den Norden, ins Land des Smörebröd. Sehr vertraut kam ihr diese Gestalt vor, die in der Bucht von Kopenhagen gedankenverloren ins Meer starrte. Es sei eine kleine Meerjungfrau, sagte ihr das kluge Kamel, P1070319und Superjulia war beeindruckt. „Nun zeig mir die Schweiz!“ bat Superjulia, denn erst vor kurzem hatte sie nette Menschen aus diesem Land kennengelernt. Kein Problem, sagte das Kamel, und schon hatten sie das Emmental erreicht, wo sie sich auf einem wunderbaren Beweis eidgenössischer Schaffenskraft wiederfand. Gestärkt ging die Reise weiter und kaum hatte sie es sich versehen, lag Italien vor ihr. In Pisa zeigte sich das Wahrzeichen der Stadt in seiner vollen Schönheit. Der schiefe Turm und dahinter dieP1070318 wunderbare Adria, was für ein Anblick!

Weiter und weiter drangen sie gen Süden vor, das Kamel wollte Superjulia so gerne seine Heimat zeigen. Und so zogen sie ins heilige Land ein, denn Superjulia wollte die Wurzel des WeihnachtsfestesP1070307 ergründen und herausfinden, woher die Kappe kam, die sie schon so lange vor der gleißenden Sonne schützte. In der heiligen Stadt befragte sie die Klagemauer. Nicht lange musste sie auf die Antwort warten. Nicht hier war die rote Mütze entstanden, sondern weit entfernt in einem fernen Land , jenseits des großen Meers. So verabschiedete sie sich von ihrem treuen Kamel, stieg wieder auf ihr Surfbrett und nach vielen Tagen auf rauher See sah sie die Neue Welt: die Freiheitsstatue! Jetzt war sie am Ziel: sie hatte die Heimat der roten Mütze gefunden. P1070312

 

Warme und kalte Tage

20151212-Hanmer-Springs-Nikon-05Es ist ja eigentlich Sommer in Neuseeland. Am Freitag beginnen die großen Ferien und alle sind in Urlaubsstimmung. Und was gehört zum Sommerurlaub? Neben Strand und Meer? Sonne und Wärme! Lieber Wettergott, hab doch mal ein Einsehen mit den Neuseeländern. Und mit uns…

Aber, wir wollen nicht undankbar sein. Gestern 20151214-Akaroa-Nikon-19war ein wunderbar sonniger Tag, es reichte für eine schweißtreibende Wanderung, einen kleinen Sonnenbrand, wunderbare Ausblicke und ein Picknick im Grünen.

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Wir waren in Akaroa, einer Halbinsel in der Nähe von Christchurch und im Half Moon Cottage absolut20151215-Akaroa-Nikon-72 phantastisch untergebracht. Ein wunderbares Haus 20151215-Akaroa-Nikon-67mit umlaufender Veranda und einem traumhaften Garten. Cornelius und Margo sind wunderbare Gastgeber und wir verbrachten zwei schöne Abende mit sehr netten und interessanten Menschen aus Deutschland und der Schweiz (auch zwei Weltreisende mit Konkurrenzblog :-)). Allerdings: sobald die Sonne weg war, 20151215-Akaroa-Nikon-70wurde es bitterkalt. Zumindest wenn man in kurzen Hosen und leicht verschwitzt draußen sitzt, weil man den wunderschönen Garten des Cottage genießen möchte. Der leckere Wein und das gute Bier helfen da nur bedingt. So wanderten wir dann also bald in das gemütliche Wohnzimmer und freuten uns über die Elektroheizung. Noch mal und hallo da oben, es ist Sommer!

Und heute Morgen? Alles grau in grau, der Wind blies vom Meer, Regen, Cornelius murmelte etwas von Hagel, der vorhergesagt sei. Also schnell ins Auto, die Autoheizung aufgedreht, eine warme Fleecedecke über die Beine (gut, ich gebe zu, in Kiwimanier hatte ich eine kurze Hose an) und ab Richtung Süden. 20151214-Akaroa-Nikon-21Und hier liege ich nun, auf dem Sofa neben dem brennenden Kamin, selbige Fleecedecke über mich gebreitet und
blicke durch die großen Fenster des Wohnzimmers in der Old Bones Lodge auf die windgepeitschten Palmen und das brodelnde Meer. Pinguine sollen hier die Attraktion sein, das glaube ich sofort. Die müssen bis morgen warten, meinen Kamin verlasse ich heute nicht mehr…

Ein sicheres Land

20151211-Kaikoura-Nikon-146Wir sind in Hanmer Springs, einem Ort in den Bergen, in dem man im Winter (also so ab August) skifahren und jetzt im Frühsommer wandern und in den Thermalquellen baden kann. Unser Hotel wirkt alpin, viel dunkles Holz und ein großer Kamin im Wohnzimmer. Es gibt eine bestens ausgestattete Küche und dort bereiteten wir heute morgen unser Sonntagsfrühstück, mit gekochten Eiern, Müsli und Nutella. Und kamen ins Gespräch mit 20151211-Kaikoura-Nikon-149einer australischen Mutter, die mit ihren drei Kindern unterwegs ist. Sie sah das Nutellaglas (hier eigentlich ein Nutellaplastik) auf unserem Tisch und berichtete, dass sie mit ihrer Familie vor drei Jahren Darsteller eines Nutellawerbespots waren und sie seither mit der Marketingbranche abgeschossen hätte. Neuseeland gefalle ihr so gut, it’s such a safe country compared to Australia. Wir stockten kurz – müssen wir in Australien mit bewaffneten Raubüberfällen rechnen? Terror im Busch? Bevor wir nachfragen konnten, gab sie selber die Erklärung: No snakes and no spiders here. Sie hätte gestern gesehen, wie Leute hier „einfach so“ durch kniehohes Gras liefen und hätte gedacht, die seien lebensmüde. Na, da freuen wir uns aber auf Westaustralien 🙂

20151201-Paihia-Nikon-03Wahrscheinlich finden die Neuseeländer ihr Land so sicher, dass ihnen furchtbar langweilig wird und sie den Kick anders suchen müssen. An jeder Ecke wird hier irgendein Extremsport angeboten, Bungy ist obligatorisch, mit Jetbooten übers Meer, den See oder den Fluss brettern, mit dem Hubschrauber hinterher, in großen20151211-Kaikoura-Nikon-150 Plastikkugeln den Berg runter rollen, Fallschirmspringen und und und. Die vielen jungen Rucksackreisenden, die hier unterwegs sind, nehmen’s dankbar an. Da merken wir jetzt doch den Altersunterschied, was soll ich in einer blöden Plastikkugel? Und Jetbootfahrten wären für Eric sowieso ausgeschlossen: da kann man ja gar keine Photos machen.

Seehunde!

So richtig viele Tiere gab es in Neuseeland noch nicht zu sehen. Und auch die Vögel mögen zwar einzigartigen Arten angehören, sind aber farblich eher gedeckt und unterscheiden sich nicht so sehr von unseren Amseln und Meisen. Gestern und heute war es dann aber so weit: Seehunde!20151210-Kaikoura-Nikon-50

Wir waren an der Ostküste der Südinsel, in Kaikoura. Eigentlich sogar erst auf dem Weg dorthin. Im Reiseführer hatten wir gelesen, dass es hier „New Zealand Fur Seal“ geben sollte, aber wir dachten, wir könnten sie nur auf einer teuren Bootstour inmitten lauter Chinesen sehen. Nachdem wir die Weinberge in der Nähe von Picton verlassen hatten und direkt an der Küste entlangfuhren sah ich sie vom Auto aus. 20151210-Kaikoura-Nikon-45Direkt halten konnten wir nicht und bis zum nächsten Parkplatz dauerte es eine Weile. Kaum jemand dort und zunächst sahen wir nur Möwen. Wir kletterten über die Felsen an der Küste und schließlich wies uns der Gestank die Richtung. Und dann sahen wir sie. Viele! Sie schwammen und tauchten in der Bucht, sonnten sich auf den Felsen, stritten sich lautstark auf einer kleinen Felseninsel. Kleine Seehündchen tummelten sich dazwischen.

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Und dann heute noch mal. Wir verließen Kaikoura in südlicher Richtung, eigentlich auf der Suche nach einem netten Plätzchen zum Frühstücken. Das kam mal wieder zu kurz, weil wir zu spät aufgestanden waren. Und dann noch ein nettes Pärchen aus der Nähe von Frankfurt mittlerweile zum dritten Mal trafen, wir lernten sie kennen beim Feuer20151211-Kaikoura-Nikon-103alarm im Hotel nahe Wellington, dann fuhren wir auf der gleichen Fähre und auch in Kaikoura hatten sie sich offensichtlich für das selbe Motel entschieden. Mal sehen, wie oft wir uns noch über den Weg laufen werden. Jedenfalls reichte es vor dem Checkout nicht mehr fürs Frühstück. In einem Café kauften wir leckere Muffins und fuhren Richtung Süden. Es war Ebbe und so konnte man weit über die Felsen Richtung Meer gehen. Und auch hier waren sie und dösten in der Sonne auf den warmen Felsen. Sie ließen sich überhaupt nicht stören und wir kamen sehr nah an sie heran. Sehr nett, so bei einem Seehund zu sitzen, der sich wohlig rekelt. Ich könnte noch hundert Bilder einstellen, zwei kriegt ihr noch, dann ist gut!

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