Der Feder Kern

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Es liegt hervorragend unser larnakisches Appartement.
Es sind nur wenige Meter bis zum Meer oder auch zum Platz mit der schönen und sehr alten Kirche des Lazarus, wo wir in der wunderbaren Frühlingssonne bei angenehmen Temperaturen bei einem Frappé sitzen und uns mit jedem befreiten Atemzug und der frischen Meeresluft des nepalesischen Staubs in unseren Lungen entledigen.
20160319-Zypern-Larnaka-12Toll ist auch die Waschmaschine, mit der wir unsere Wäsche tatsächlich sauber bekommen. Vorbei dieses Gefühl, dass man sich ein T-Shirt überzieht, das eigentlich gerade gewaschen wurde, das einem aber doch ein gegenteiliges Empfinden in der Nase bescherte.
In einem Satz: All die Annehmlichkeiten unseres westlichen Lebens sind zurück und die uns so ganz besonders faszinierende Zeit in Nepal nimmt zunehmend die Qualität eines Traums an.
Traum? Oh ja, da war doch noch was. Alexis, unser Appartementhotel, es gibt da auch ein Bett. Also zumindest ein Gestell, das aussieht wie ein solches. Das, was da als Matratze dienen soll, das ist allerdings eine Gebirgslandschaft, die wir in Nepal ja wegen des Dunsts leider nicht zu sehen bekamen. Hier sorgt nun also dieser Federkernhimalaya für bewegte Nächte, die für den Körper vermutlich eine ebenso strapaziöse Belastung darstellen, wie die Besteigung des Mt Everest.
Aber dies ist wirklich bislang das einzig Negative, von dem es zu berichten gibt und, da bin ich ganz deutsch, Nörgeln macht halt am meisten Spaß 😜.

Na gut, ich habe da auch noch eine schöne Geschichte auf Lager. Aber Achtung: sie ist gänzlich unspektakulär.
Als wir gestern in einem kleinen Onkel-Emil-Laden einkaufen waren, da standen dort der schätzungsweise knapp über sechzigjährige Ladenbesitzer zwischen den Waren und an der Kasse der sich entsprechend in den Achtzigern befindliche Vater.
Der durchaus etwas tattrige Senior war nichtsdestotrotz eindeutig für die Abrechnung zuständig. Er tippte all unsere Einkäufe aus dem Gedächtnis in die Kasse und es unterlief ihm dabei nur ein Fehler -er berechnete für einen Steckdosenadapter 1,60 € statt der am Regal ausgezeichneten 2,00 €.
20160320-Zypern-Larnaka-19Ich machte ihn darauf aufmerksam, doch verstand er nicht, was ich da in englisch auf ihn einredete. Also schaltete sich nun der Sohn ein und ich erklärte ihm die Sache. Zwar ging dann er los, um den tatsächlichen Preis am Regal abzulesen, doch übernahm er in keiner Weise das Ruder. Als er zurück kam, da erklärte er dem Vater behutsam, dass der Preis ein anderer sei. Dieser korrigierte den Betrag und gab mir auf hundert Euro korrekt heraus.
Ich fand es schön, wie die beiden miteinander umgingen. Der Vater hat so nach wie vor seinen Platz und seine Aufgabe. Er nimmt am Leben Teil und verkümmert nicht einsam in seiner Wohnung oder in einem Heim. Und der Sohn hat wertvolle gemeinsame Zeit mit seinem Vater.
Natürlich ging alles etwas langsamer vonstatten. Aber hier hat man die Zeit dafür -es ist nicht alles durchorganisiert und auf Effizienz durchrationalisiert.
Mit dem Sohn gerieten wir dann noch ins Plaudern und er klagte scherzhaft über seine Töchter, die statt Deutsch lieber Englisch und Spanisch gelernt hätten. Nun stünde er vor dem Problem, ihre Studienwünsche finanzieren zu müssen. Sowohl in England, als auch in Spanien fallen sehr hohe Studiengebühren an, die es so in Deutschland ja nicht gibt. Dumm gelaufen. Er trug es mit viel Humor. Schließlich verabschiedeten wir uns per Handschlag voneinander und wir zogen weiter.

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