
Wir sind nun ziemlich genau 11 Wochen, also 77 Tage unterwegs. Und wir waren fast immer auf Achse, schliefen in was weiß ich wie vielen Betten oder auf Matten. Und wir merken, dass wir ein wenig müder werden. Es strengt zurzeit zunehmend an, wenn wir jeden Tag damit verbringen, ca. 10 km auf Asphalt zu gehen.
Und so stehen wir momentan morgens eher später als früher auf und sind dann doch schon gegen acht oder spätestens halb neun am Abend im Zimmer. Aber im Gegensatz zu vielen anderen Reisenden haben wir ja den Vorteil, dass wir einfach immer noch einen Tag dran hängen können, wenn wir noch was sehen oder uns entspannen wollen.
So ist es uns auch mit Hiroshima ergangen, wo wir eigentlich erst einmal für zwei Nächte gebucht hatten, gestern aber eine weitere Nacht dazu nahmen, um dann heute den Tagesausflug nach Miyajima zu unternehmen, was auch den Vorteil mit sich brachte, dass wir die an einem Sonntag zu erwartenden Besuchermassen umgingen.
Und so war es denn auch heute am Montag nicht sonderlich voll in diesem nächsten Weltkulturerbe, das auf der Insel Miyajima unweit der Festlandküste liegt. Es handelt sich dabei um ein ganzes Areal, in der Hauptsache aber den Schrein von Itsukushima. Dazu gehört auch ein im Wasser vor der Insel stehendes großes Torii, also tatsächlich ein Tor, wie sie in Japan sehr häufig bei Schreinen oder Tempeln zu sehen sind. Dieses hier beeindruckt aber gerade dadurch, dass es vor dem Schrein inmitten des Wassers errichtet wurde und sich da nun leuchtend orange vom Blau des Meeres absetzt.

In diesem Schrein fand denn heute auch eine der traditionellen Hochzeiten statt, dieses mal aber eine zwischen einer Japanerin und einem Deutschen, so dass sich in der für alle einsehbaren Halle eine deutsche und eine japanische Familie gegenübersaß, alle mit sehr ernster Miene. An der Brüstung zur Halle versammelten sich immer mehr Touristen, vor allem chinesische, die nun nicht gerade mit Dezenz brillieren, so dass sich ein für eine europäische Trauung nicht vorstellbare Lärmkulisse aufbaute und die Festgesellschaft nun aber immerhin in so manchem Bildervortrag in aller Herren Welt auftauchen dürfte (so wie auch hier bei mir in dem Hochzeitsbild rechts ohne Hochzeitsgesellschaft). Ein nachhaltiges Erlebnis dürfte es für die Brautgesellschaft allemal gewesen sein.
Einen weiteren Tempel steuerten wir dann noch rein intuitiv an. Oder aber, er zog uns an, so wie er da auf halber Höhe des heiligen Berges Misen saß.
Und es hat sich gelohnt! Der Daisho-in ist eine Ansammlung verschiedenster Gebäude, die sich rechts und links eines Pfades, der sich den Hang entlang nach oben windet, versammeln. In ihnen und um sie herum stehen unglaublich viele Heiligenfiguren aber auch Dämonen, die alle unterschiedlichen Glaubensrichtungen zugehörig sind. Dominiert natürlich von verschiedenen Ausprägungen des Buddhismus, sei es tibetanisch, shintoistisch, thailändisch oder chinesisch. Man findet dort aber schon auch mal einen christlichen Engel.




zwei Tagen. Und es ist eine sehr lebendige, lebenslustige und freundliche Stadt, von Flüssen durchzogen, mit breiten Einkaufsstraßen, einer Burg und dem schönen Friedenspark. Und nur dort und an einigen wenigen anderen Stellen wird man mit dem Grauen konfrontiert, das hier vor 70 Jahren stattgefunden hat.
der Stadt eine Atombombe und zerstörte 80% der Stadt. In der Kernstadt blieben nur einzelne Gebäude stehen, so das damalige Handelszentrum, das als „Atomic Bomb Dome“ erhalten wurde und heute Friedensdenkmal ist. Es ist der erste Gedenkort, den wir besuchen, eine Ruine an einem idyllischen Ort, am Ende einer Einkaufsstraße direkt am Fluss gelegen, mit Blick auf den Friedenspark. Erst die Informationstafeln nehmen einem den Atem: hier ist es passiert, die nahegelegene Brücke über den Fluss diente den Bombern als Orientierung.


ewige Flamme und den Atomic Bomb Dome sehen kann, Grünflächen, das Denkmal für den Weltkinderfrieden. Die gesamte Anlage hat etwas sehr versöhnliches, getragen von dem unbedingten Willen, so etwas nie wieder passieren zu lassen.



Burg hier und
schnell gefunden. Eine sehr ordentlich befestigte Anlage mit Wallgraben und massiven Steinmauern, eben eine
Burg. Anfang des 17. Jahrhunderts erbaut, 
e ganz schön hingekriegt, von außen ein echtes japanisches Idyll, im Inneren des Palastbereichs wunderbare Wandgemälde.

Ortswechsel notwendig macht. Zum Glück ist die Burg ja mittendrin in der Stadt und so ist es nicht weit zur Fußgängerzone. Diesmal muss es aber ein Restaurant mit englischem Menü sein, Spezialität in Kumamoto ist Pferdefleisch und das möchten wir dann doch vermeiden. So landen wir in einem Restaurant, das ein ganz ansprechendes Menü ausgehängt hatte und stehen als erstes vor zwei Automaten, 
























groß und für deutsche Verhältnisse minimalistisch: zwei Futons ein niedriges Tischchen, das war’s. Die sanitären Anlagen werden geteilt: drei Toiletten, die Dusche und eine kleine Küche im Erdgeschoss, zwei Waschbecken hier oben bei uns auf dem Flur im ersten Stock. War erst mal eine komische Vorstellung, aber alles ist so blitzesauber, dass wir keinerlei Probleme damit haben.
trennt uns nur ein Fliegengitter und ein Bambusrollo.
Sechs Zimmer hat es hier, die erwähnten Sanitäranlagen und jeden Morgen eine Grundreinigung, die unserem Frühjahrsputz in nichts nachsteht.


Brühe mit gebratenen Maultäschle (Gyoza)









