Nacktfischen am Alona Beach

Nach einem gemütlichen Morgen ging es zu Fuß durch den Ort, der die für Süd-Ost-Asien so typische Struktur mit wild gewachsenen Gebäuden aufweist. Da steht eine Bretterbude neben einem High End Ressort und daneben ist gerade eine Baustelle.
Auf der Suche nach einer Möglichkeit, die Wäsche reinigen zu lassen, schwitze ich das, was ich am Leibe trage durch und durch. Und dann sagt die Dame in der Annahmestelle, sie könnten nur noch Aufträge annehmen, bei denen sie zwei Tage Zeit zur Erledigung haben. Da ist wohl der Trockner defekt. „Too late“, sage ich, da die Reise morgen schon weiter gehen soll. Sie antwortet, dass es weiter hinten im Ort noch eine Wäscherei gebe. Also weiter.
Es kommen uns jede Menge Motorräder entgegen, die einen Seitenwagen anmontiert und einen Überbau über das gesamte Gefährt haben. So sehen hier die sogenannten Trishaws aus, mit denen ein guter Teil der Transporte auf den Inseln erfolgt.
Die Straße ist staubig. Und natürlich heiß.
Geschlossen. Die Ausweichwäscherei ist geschlossen. Also dann halt nicht. In der nächsten Unterkunft, so stand es in der Buchungsbestätigung, gibt es auch die Möglichkeit, waschen zu lassen.
Zurück und weiter Richtung Strand. Alona Beach.
Auf dem lasteten große Erwartungen, geschürt von Reiseführer und Internetforen.
Er brach leider unter diesem Gewicht zusammen, konnte ihm nicht standhalten.
Er ist natürlich schön, der Sand tatsächlich weiß und die Palmen hängen wie bei Bacardi zuhause  -aber er ist auch sehr schmal und zugebaut. Nicht von Hochhäusern, aber von Buden und Hotels, die hinter seinem schmalen Sandstreifen einen unattraktiven Riegel bilden.
Doch Platz für die Badetücher finden wir problemlos.
Ich schnappe mir Schnorchel, Maske und meine Kamera und schaue, was im Wasser geboten wird. Es geht ewig weit sehr flach hinaus, sicher hundert Meter. Sehr bald, nach ca. fünf Metern, wächst Seegras, in dem sich viele Seeigel verstecken. Aber auch Seesterne. Das Wasser ist trübe und doch bekomme ich gleich ein Tänzchen von zwei Clownfischen geboten, die tapfer ihre Anemone verteidigen.
Den einen oder anderen von mir bislang noch nie gesichteten Fisch bekomme ich zu sehen, auch ein paar dieser bunten Pfeifenputzer, die sich schnell in ihr Gehäuse zurückziehen, wenn man sich ihnen zu sehr nähert. Ich schnorchle einige Zeit und kehre dann zurück an den Strand.
Nach spätestens einer halben Stunde wird es viel zu heiß. Ich bin sogar eingecremt (und hasse es), so dass ich keinen Sonnenbrand davontrage. Aber in den Schatten muss ich dennoch fliehen. Der gehört um diese Zeit aber noch den Ressorts und Restaurants, die am Ufer residieren. So bleibt mir nur ein Stehplätzchen, bevor dann auch von Julia zum Rückzug geblasen wird. Auf in das nächste Strandrestaurant und einen Snack ordern, dazu ein Bier.
Zwei sehr seltsame Mädchen, na ja, eher junge Frauen, stolzieren in ihren sehr knappen Bikinis vorbei. Es sind Asiatinnen, ob Filipina oder Thais, das kann ich nicht recht sagen. Sie tragen ihre Körper zur Schau, die ja auch ganz nett sind. Aber sie produzieren sich und provozieren. Sie steigen hinab ins Wasser und eine nach der anderen löst ihr Bikinioberteil.
Oben ohne ist hier eigentlich nicht. Aber die beiden posen und die einheimischen Männer hinter uns lachen. Eine Gruppe schmerbäuchiger Europäer spaziert vorbei und bleibt ohne Regung.
Schließlich entsteigen sie dem Meer und lassen sich von zwei kleinen vorübergehenden Jungs die Bändel der Oberteile zuknoten.
Die Show ist vorbei. Kein ernsthafter Interessent hat auf die Damen reagiert. Keiner ging ins Netz. Dann halt vielleicht morgen…
Ok, dann ist dies auch für uns das Startsignal und da die Sonne untergegangen und das Bier geleert ist, hält uns auch nichts mehr am Strand.
Was ein Glück, dass wir hier nicht den drei Wochen Jahresurlaub gebucht haben.
Morgen geht es weiter.

2 Kommentare

  1. Hi ihr zwei Globanten,

    danke für die Post…. 😉

    Also mal ganz naiv nachgefragt seid ih reuch denn sicher das die zwei da wirklich Frauen waren ( dank dieser ganzen Aufklärungssendungen wie EXTRA auf RTL mit dieser Madame Antique) könnten das dich auch …. gewesen sein oder?

    Mich machte beim Lesen das Gelächter der Einheimischen ein wenig stutzig 🙂

    …laßt euch in Sachen schöne Strände nicht entmutigen,
    es ist ja noch nicht aller Strände abend oder?

    liebe grüße von uns allen

    1. Hi Janni,
      tja, ich kann da ja nur nach dem optischen Eindruck gehen und demzufolge sah „die Sache“ recht klar aus…
      Aber „Trau, schau wem“?
      😳

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