Fünf Wochen Vanlife – und ein Abschied in Perth

Als wir am Morgen das allerletzte Mal in unserem Van aufwachen, den Kaffee am stillen Fluss, nur ein paar Meter von unserem Bett entfernt trinken und dann zum ersten Mal seit fünf Wochen unsere Koffer aus dem Heck des Autos ziehen, um zu packen, da ist klar – jetzt ist es so gut wie vorbei.

Letzte Nacht am Fluss

60 Kilometer trennen uns noch von der Großstadt. Wir nehmen bewusst die langsamere Route, um das Vanlife bis zuletzt auszukosten.

Und dann geht plötzlich alles ganz schnell:
Bett abziehen, ein letzter Check, Schlüssel abgeben.
Eric füllt noch einen Unfallbericht aus – Steinschlag in der Scheibe. Ich verschenke Weingläser und Chemietoiletten-Pods an eine Schweizer Familie, deren Abenteuer gerade erst beginnt.
Fünf Minuten später sitzen wir im Uber. Ein freundlicher Inder fährt uns nach Perth.

Bye Van

Google lotst uns zum falschen Eingang unseres Hotels. Wir stehen vor einem Nebeneingang ohne Aufzug und ziehen unser Gepäck in der prallen Hitze die steile Auffahrt hinauf zur Lobby. Verschwitzt und verstaubt betreten wir die beeindruckende Eingangshalle mit einem riesigen Elefantenbrunnen, der Portier eilt sofort herbei.

Residence on Langley Park – schon anders 🙂

Unser Zimmer ist komfortabel, ein riesiges, blütenweißes Bett, ein großes Badezimmer ganz für uns allein. Was für ein Kontrast zu den Wochen zuvor. Selten haben wir uns so sehr über ein eigentlich ganz normales Hotelzimmer gefreut.

Wir duschen den Vanlife-Staub weg, ziehen zum ersten Mal seit Wochen wieder lange Hosen an und machen uns auf, die Hauptstadt Westaustraliens zu erkunden. Doch so angenehm und spannend es ist – die Wehmut überkommt uns immer wieder.

Wo er jetzt wohl ist, unser Van?
Wer ihn wohl als Nächstes bekommt?
Und welche Abenteuer noch vor ihm liegen?
Wir hätten ihm fast einen AirTag verpasst, um sein Schicksal zu verfolgen.

Doch Perth versüßt uns den Abschiedsschmerz. eine sehr entspannte Stadt. Von unserem Hotel in East Perth erreichen wir die Innenstadt bequem zu Fuß oder mit dem kostenlosen Bus.

Der Himmel ist anders in Perth

Es ist heiß im Spätsommer, doch viel Wasser und Grün machen die Temperaturen erträglich. Am Nachmittag weht der „Fremantle Doctor“ regelmäßig kühle Luft in die aufgeheizte Stadt, nach Sonnenuntergang bleibt es angenehm warm.

Es ist unser dritter Aufenthalt hier. Auf unserer Weltreise haben wir die Stadt zweimal besucht und an die ein oder andere Ecke erinnern wir uns vage. Doch diesmal geht es uns weniger ums Sightseeing. Wir wollen ankommen, runterkommen, genießen. Das Hotel mit seinen Annehmlichkeiten, ein bisschen durch die Läden bummeln, gut essen.

Am Elizabeth Quay in Perth

Perth gilt als die abgelegenste Großstadt der Welt – die nächste, Adelaide, liegt rund 2.000 Kilometer entfernt und wir hatten sie auf unserem Roadtrip ausgelassen. Für uns also die erste Großstadt seit Melbourne. Und so streifen wir durch die Straßen, bewundern die Skyline vom Hafen aus und von oben im Kings Park.

Blick vom Kings Park auf Perth

Das freundliche, wenig hektische Tempo der Stadt kommt für uns genau richtig. Drei Stunden „Tourismus“ am Tag reichen völlig. Das saubere, weiche Bett und das blitzschnelle Internet machen mindestens genauso viel Spaß.

Perth bei Nacht

Zweieinhalb Tage Perth – dann ist es soweit. Wir verlassen Australien.
Unsere dritte große Reise durch diesen riesigen Kontinent: von Cairns nach Sydney beim ersten Mal, von Perth nach Exmouth beim zweiten und jetzt von Melbourne nach Perth. Für mich sogar noch einmal mehr – meinen Housesitting-Einsatz in Darwin 2016 werde ich nie vergessen.

Und trotzdem bleibt noch so viel übrig. So viele Strecken, die wir noch nicht gefahren sind, so viele Orte, die wir noch nicht gesehen haben.

Deswegen ist klar:
Wir kommen wieder.

Tschüß Australien – Hello Bali!

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