Zwei Tage Dubai: Mandi, Mall und Metro

Die Stadt liegt in warmes Sonnenuntergangsgelb getaucht, als wir in Dubai landen. Von diesem Moment an läuft alles wie am Schnürchen: Gepäckausgabe, Einreise, Metrofahrt. Selbst unser Hotel liegt praktischerweise direkt über der Metrostation Gold Souk. Schnell eingecheckt, einmal um die Ecke – und schon befinden wir uns mitten im arabischen Schlemmerhimmel in Gestalt eines ganz unspektakulären Restaurants in einem Wohnkomplex.

Kaum haben wir uns für zwei Hähnchengerichte entschieden, beginnt das große Auffahren: Suppen, Gemüseteller, Schälchen mit Soßen in leuchtendem Rot und Grün, Joghurt, Röstzwiebeln – und schließlich zwei große Platten mit Huhn auf einem duftenden Reisbett. Warum, bitte, haben wir noch nie von Mandi gehört? Eine jemenitische Spezialität, inzwischen auf der gesamten Arabischen Halbinsel verbreitet – und eine kulinarische Offenbarung.

Mit echten kulturellen oder historischen Highlights kann das Emirat am Persischen Golf nur bedingt punkten. Die meisten Besucherinnen und Besucher kommen ohnehin wegen ganz anderer Dinge: Baden und Shoppen. Auf Strand hoffen wir an späterer Stelle, unser Gepäck ist ohnehin schon schwer genug und will nicht weiter gefüllt werden. Aber die Shoppingcenter von Dubai? Die interessieren uns durchaus.

Umrahmt von futuristischen Wolkenkratzern – allen voran dem höchsten Gebäude der Welt, dem Burj Khalifa – sollte man vor allem die Dubai Mall nicht verpassen. Ein riesiges Aquarium mit Haien und Rochen, eine Eislaufbahn in beachtlicher Größe, ein vierstöckiger Wasserfall mit hinabstürzenden Springer-Skulpturen: Hier haben Architekten ihre Kindheitsträume offenbar kompromisslos ausgelebt. Und ja – diesem übergroßen Spielplatz für Erwachsene geben auch wir uns gerne hin.

Fortbewegung ist dank der Metro meist denkbar einfach. Vorausgesetzt, man versucht nicht gerade zur Rushhour, die Dubai Mall zu verlassen. Trotz Zwei-Minuten-Takt lassen wir eine Bahn nach der anderen an uns vorbeiziehen, bis wir uns schließlich in einen der überfüllten Waggons quetschen können. Nicht wirklich angenehm – aber auch nicht dramatisch. Niemand drängelt, niemand schimpft. In Erinnerung bleiben pieksaubere, angenehm duftende Stationen, unaufgeregte Menschen, ständig einfahrende Züge – und unser leiser Neid auf diese perfekt funktionierende Infrastruktur.

Froh sind wir darüber, nicht im Zentrum des edlen Konsums zu wohnen. Rund um den Gold Souk geht es deutlich bodenständiger zu: Der Kaffee kostet keine sieben Euro und zu entdecken gibt es trotzdem reichlich. Der Souk selbst ist allerdings so ordentlich und aufgeräumt, dass echte orientalische Marktatmosphäre kaum aufkommen mag – kein Vergleich mit dem quirligen Chaos des Khan el-Khalili in Kairo, den Basaren von Jerusalem oder Akko oder dem Großen Basar in Istanbul. Dafür lässt es sich hier recht unbehelligt durch die überdachten Gassen schlendern und ausgiebig Weihrauch schnuppern.

Mit einer Abra, einem traditionellen Holzboot, setzen wir für umgerechnet etwa 25 Cent über den Dubai Creek und spazieren durch das historische Al-Fahidi-Viertel. Hier wird der beeindruckende Völkermix Dubais besonders sichtbar: arabisch, indisch, südostasiatisch – alles lebt und arbeitet nebeneinander.

Was wir in Dubai nicht erwartet hätten, sind völlig neue kulinarische Entdeckungen. Mit Mandi begann dieser Bericht – mit Chaat soll er enden. Rund die Hälfte der Bevölkerung Dubais stammt aus Indien, und wo Inder sind, ist gutes Essen nie weit. Siebenmal waren wir bereits in Indien, haben uns durch Kerala und Gujarat geschlemmt, Streetfood in Delhi, Mumbai, Lucknow und Kalkutta probiert – und trotzdem ist Chaat bislang an uns vorbeigegangen.

Dabei handelt es sich um klassisches indisches Streetfood: frittierter Teig in allen erdenklichen Formen, kombiniert mit Soßen, Gewürzen, Gemüse – eine wahre Geschmacksexplosion. Besonders angetan haben es uns Dahi Puri: hohle Teigbällchen, gefüllt mit Kartoffeln und Linsen, übergossen mit süßem Joghurt. Und ja – das passt nicht nur, das ist schlicht genial.

Zwei Tage – mehr als ein flüchtiger Eindruck ist das nicht. Aber eine gelungene Einstimmung auf Arabien. Wir fühlen uns bereit für das nächste Ziel, nur einen kurzen Flug von Dubai entfernt. Morgen geht es weiter in den Oman.

2 Kommentare

  1. Absolut witzig, in Dubai (2019) und im Oman (2022) waren meine Frau und ich auch. Aber alles Einzelreisen, für eine Weltreise fehlen uns in erster Linie Zeit und auch das Geld. Beeindruckend der Blick vom Burj Kalifa, die Jeepfahrt durch die Wüste und die abendliche Bootsrundfahrt zu den „Wahrzeichen“ von Dubai. Im Oman waren die Dromedare, der Strand, der Ozean und die Ausfahrt auf dem Samhan-Trail unsere Highlights.

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