Auch bei der Erholung bleiben wir ganz australisch. Was Mallorca für die Deutschen ist, ist Bali für die Australier. Besonders in Perth gilt das – denn die „Insel der Götter“ liegt hier näher als Sydney oder Melbourne. Und so machen auch wir uns auf, um uns vom Vanlife zu erholen.
Fünf Flüge gehen an diesem Tag von Perth nach Denpasar – keine vier Stunden, und wir sind da. Es ist Nebensaison auf Bali: Die ohnehin günstigen Preise sind noch einmal niedriger, und wir beschließen, uns mit einer kleinen Villa nahe Ubud inmitten der Reisfelder zu verwöhnen.
Wir kommen im Dunkeln an. An der Straße werden wir bereits erwartet, und dann geht es im Gänsemarsch durch die Reisfelder. Was sich hinter dem hohen Gartentor verbirgt, raubt uns erst einmal den Atem: ein tropischer Garten mit Pool, daneben ein Pavillon, und etwas erhöht thront unsere kleine Villa. Ein großes Bett mit Blick in die Natur, eine kleine Küche und ein Outdoor-Badezimmer, das schöner kaum sein könnte – eine Steinbadewanne umgeben von riesigen grünen Blättern, eine Dusche wie im Dschungel. Einfach fantastisch.
Am Morgen wird uns das Frühstück in den Gartenpavillon gebracht, das Zimmer geputzt – und ansonsten ist es nur Privatheit pur.
Jetzt in der Nebensaison ist es nicht ganz einfach, in der Nähe etwas zu essen zu finden, doch auch dafür ist gesorgt: Ein Restaurant liefert an, für alles andere muss man ein Stück laufen. Tun wir – aber kulinarische Sensationen bleiben aus. Können wir verschmerzen 🙂

Wir waren schon ein paarmal auf Bali, daher verzichten wir diesmal auf Sightseeing und genießen den Luxus in vollen Zügen. Ausflüge wären ohnehin beschwerlich: Der gesamte Süden der Insel versinkt zunehmend im Verkehrschaos, für die 30 Kilometer zum Flughafen braucht man fast zwei Stunden, und in Ubud schieben sich die Massen durch die Straßen. Umso erstaunlicher, dass die Balinesen es dennoch schaffen, ihre Traditionen und Lebensweise zu bewahren. Im kleinen Dorf nahe unserer Villa werden wir mit einem Lächeln gegrüßt, obwohl auch wir nichts anderes als Touristen sind.
Zu den vielen australischen Gästen sind in den letzten Jahren immer mehr chinesische und indische Touristen gekommen – Bali ächzt, verkraftet es aber noch.

Und so genießen wir eine Woche lang das süße Nichtstun, freuen uns jeden Morgen aufs Neue über die Schönheit und den Luxus, der hier so erschwinglich angeboten wird. Und wir bereiten uns auf das letzte Abenteuer unserer Reise vor – eine weitere Insel in Asien, abseits der klassischen Touristenrouten, und gerade deshalb so spannend.





